Speziesismus for Runaways

Sobald irgendwo von Tierrechten geredet wird, ist der Speziesismus-Vorwurf nicht weit. „Speziesismus“ im weiten Sinn bedeutet die Bevorzugung bzw. Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Im engen Sinn wird darunter die Bevorzugung der Spezies Homo sapiens verstanden. Der Begriff wurde von dem Psychologen Richard Ryder erfunden und vom Bioethiker Peter Singer populär gemacht.

Auf keiner Website von Tierrechts-Organisationen darf der Hinweis fehlen, dass Menschen speziesistisch seien, sobald sie Tiere für ihre Zwecke nutzen und töten. Dass Vegetarier Pflanzen auf dieselbe Weise „diskriminieren“, wird meist nicht erwähnt.

Die Philosophen haben sich eifrig auf diesen Begriff gestürzt, um die verschiedenen tierethischen Positionen ordnungsgemäß in schwachen, mittleren, mittelstarken und starken Speziesismus einzuteilen. Derlei selbstgenügsames Treiben der denkenden Zunft kommentierte der Jurist Peter Noll einst mit den Worten, dass es „nur neues Futter” in die Bibliotheken bringen werde, “das dann wiedergekäut und in Einzelstücken den Jungen vorgeworfen wird“.

Noll hatte dabei John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit im Sinn und hätte sich womöglich nicht träumen lassen, dass das Speziesismus-Futter inzwischen nicht nur eine große Anzahl angestellter Philosophen, sondern etliche Tierrechts-Organisationen sowie allerlei Wirrköpfe bestens ernährt.

Zu dem Begriff wäre eine Menge zu sagen, zum Beispiel, dass er auf einer erschlichenen Analogie zu Begriffen wie Rassismus und Sexismus beruht. Das habe ich im Buch Don’t Go Veggie abgehandelt. Interessierte können sich bei Carl Cohen darüber kundig machen (siehe page 97 dieses Aufsatzes). Ich will hier nur auf die innere Widersprüchlichkeit des Speziesismus-Vorwurfs eingehen:

Wer vom Menschen fordert, andere Spezies moralisch zu berücksichtigen, diskriminiert – der antispeziesistischen Logik zufolge – Homo sapiens aufgrund seiner Artzugehörigkeit. Denn von anderen Spezies wird eine solche Rücksichtnahme nicht gefordert. Wenn der Mensch nur ein gleichwertiges Tier unter Tieren ist, kann von ihm ebenfalls keine Rücksichtnahme verlangt werden. Warum also sollten Menschen andere Lebewesen nicht töten dürfen?

Den Artenegoismus, der von Tierrechtlern und Ökos beim Menschen beklagt wird, praktizieren alle anderen Arten rücksichtslos. Der Expansionsdrang einer bestimmten Art wird in der Natur nicht durch Moral, sondern nur vom Expansionsdrang anderer Arten gebremst. Der Mensch maßt sich also keineswegs ein Privileg an, sondern sichert mit seinem Artenegoismus das Überleben von Homo sapiens. Dass er darin besonders erfolgreich ist, kann ihm nur vorgeworfen werden, wenn man mit zweierlei Maß misst. Wer das Recht des Stärkeren „aufzugeben verlangt, schreibt dem Menschen einen überlegenen ontologischen Rang zu“, bemerkt der Philosoph Otfried Höffe. Die Kritik an der Bevorzugung der eigenen Art trifft daher die Antispeziesisten wie ein Bumerang.

Wer als Antispeziesist eine menschlichere Gesellschaft fordert, widerspricht sich selbst. Denn er bevorzugt die menschlichen Werte und damit den Menschen als Spezies. Nur in einer rein animalischen Welt ohne Moral hätten alle Arten und Individuen strikt den gleichen Wert, nämlich zero. Erst im vollendeten Speziesismus des ungeminderten Kampfes ums Dasein käme der Antispeziesismus zu sich selbst. Die Tierethiker fallen in das Biologismus-Fass, das sie selber aufgemacht haben.

Eine Ethik, die in keiner Weise speziesistisch sein will (zum Beispiel diejenige Albert Schweitzers), gerät so selbstwidersprüchlich, dass es ans Absurde grenzt. Aufgrund ihrer unerfüllbaren Gebote führt sie gerade nicht zu mehr Menschlichkeit, sondern zu Willkür, Unmoral und im schlimmsten Fall zu Terror. Genau das kann derzeit am fanatisierten Verhalten vieler sogenannter Tierfreunde beobachtet werden: Der unerfüllbar hohe Anspruch dient in Wahrheit nur dazu, sich guten Gewissens in seinem Hass auf andere Menschen gehenlassen zu können.

„Wenn Speziesismus vorgeworfen wird“, stellt der Philosoph Marcus Düwell fest, „so ist gar nicht klar, was hier genau kritisiert wird. Man hantiert eher mit einer suggestiven Kampfparole.“ Das ist sehr milde formuliert. Aufgrund ihrer inneren Widersprüchlichkeit kann diese Parole nach Belieben gegen alle und jeden gewendet werden. Wer etwa Nutztiere bevorzugen will, indem er deren Abschaffung fordert, sollte sich überlegen, ob die Abschaffung von Nutztierrassen nicht eine Benachteiligung und rassistische Diskriminierung derselben darstellt. Denn man nimmt den Nutztierrassen jede Chance zu existieren, bloß weil man der Meinung ist, dass ihr Leben unter allen Umständen unwert und ihre Nutzung in jedem Fall ein Verbrechen sei. Die Viecher selbst können naturgemäß nicht gefragt werden. Wahrscheinlich würden sie den selbstherrlichen Antispeziesisten was husten.

Die suggestive Kampfparole taugt keineswegs nur zur Denunziation aller Fleischesser, sondern mindestens genauso gut zur gegenseitigen Bekämpfung diverser veganer Gruppierungen. Das ständige Gezeter über den vermeintlichen Speziesismus schafft insgesamt ein gesellschaftliches Klima der Verleumdung. Jäger, Metzger, Landwirte, aber auch Vegetarier, Veganer, Frutarier – alle, die sich nicht aus lauter Antispeziesismus selbst das Licht ausblasen –, sind letztlich speziesistisch und können jederzeit zum Abschuss freigegeben werden.

Man kann das Diskriminierungs-Lamento beliebig weitertreiben. Der bekannte Philosoph Klaus-Michael Meyer-Abich empfindet Ehrfurcht vor dem Meer als solchem bzw. den Flüssen als solchen. Wer auf beiden herumschippert oder Letztere geradebiegt, scheint Meer und Fluss als solche zu diskriminieren; wer die Elbe schont, aber den Rhein befährt, ist dann wohl ein Elbist. Ehrfurcht vor Stadt, Land, Fluss zu empfinden ist offenbar viel leichter, als ein Mindestmaß an Toleranz gegenüber Mitmenschen aufzubringen.

Manche Männer empfinden mehr Ehrfurcht vor ihren Autos als vor ihren Gattinnen. Sie zeigen damit den Ethikern, wie man dem Anthropozentrismus ein Schnippchen schlägt. Mit dem Lieblingsauto fahren sie demnächst direkt ins “Parlament der Dinge” (Bruno Latour) und lassen ihre Karren über die PKW-Maut abstimmen. Tierrechtsparteien können also von den Autoparteien noch einiges lernen.

 

11 thoughts on “Speziesismus for Runaways

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  4. werter Autor -
    ja, es gibt einige “Wirrköpfe” unter den Vertretern der Tierrechte und des Spezizismus-Vorwurfes… aber so – wie Sie es hier tun – über einen Kamm zu scheren, ist …. diskussionstechnisch schon fast unlauter.
    1) “Denn von anderen Spezies wird eine solche Rücksichtnahme nicht gefordert.” das stimmt so nicht. a) je nach Entwicklungsstand eines Wesens erwarten wir verschiedene Rücksichtnahmen (siehe Kinder im Verlgeich zu Erwachsenen), insofern kann man da schon unterscheiden ohne zu diskriminieren b) einige Tierrechtler fordern durchaus, dass auch Tiere je nach Entwicklungsstand und Lokalisiation “Rücksicht nehmen” (siehe Zoopolis von W. Kymlicka).
    2) “Nur in einer rein animalischen Welt ohne Moral…” – nein, da haben Sie wohl einige der neueren Erkenntnisse der Biologie verpasst: eine animalische Welt ist nicht ohne Moral, Tiere haben in versch. Graden Moral, Ethik etc.. Menschliche Werte sind also zumindest zum Teil tierliche Werte.
    3) Sie verwechseln etwas, was Sie dann zu recht vielen Vertretern der Spezizismus-Theorie vorwerfen: menschliche Werte und “menschliche Werte”. ersteres wären Werte die nur von Menschen er/gefasst werden bzw. Werte, die dadurch gekennzeichnet sind, dass ein Mensch sie propagiert und auf der anderen Seite Werte, die wir als “human”, normativ als humanistisches, utopisches, altruistisches Ziel deklarieren (kurioserweise formulierbar als mit-meschlisches).

    …. Ihren letzten Absatz mit den Autofahrern etc. hätten Sie sich zudem wirklich sparen können, etwas zu veralbern war noch nie ein gültiges Argument.

    • Ihre Argumentation besteht darin, Begriffe so sehr zu strapazieren, dass sie auf die Tierwelt anwendbar erscheinen. Motto: Gletscher und Autos bewegen sich beide fort, also ist der Gletscher wenigstens zum Teil auch ein Auto – bloß langsamer. Alle Begriffe, die sich auf menschliche Kommunikation beziehen und nur in dieser entstehen können, lassen sich gar nicht anders als metaphorisch oder modellhaft auf die Tierwelt übertragen. Darauf weist der letzte Absatz hin. Ich kann mir auch einbilden, dass ich mein Spielzeugauto per Fernsteuerung zur Rücksichtnahme veranlasse. Dass Tiere Moral, gar Ethik haben, ist ein pures Hirngespinst, welches auf der sprachlichen Schludrigkeit von Biologen beruht. Man beobachtet lediglich Verhalten, das Menschen als etwas der menschlichen Moral Ähnliches deuten, wenn sie es partout darauf anlegen. Das mit den “Werten” habe ich überhaupt nicht verstanden. Und die Rede vom “Entwickungsstand” ist missverständlich. Bei Kindern meinen Sie mit “Entwicklungsstand” offenbar den individuellen, bei Tieren dann aber den überindividuellen, artspezifischen. Die individuelle Entwicklung des Menschen verläuft ganz anders als die anderer Arten und ist auf kommunikative Symmetrie angelegt. Diese wird sich aber zwischen Menschen und Tieren kaum jemals einstellen. Wenn Sie einem Schimpansen beibringen könnten, auf seine Artgenossen “Rücksicht” zu nehmen und sie nicht mehr zu malträtieren oder zu fressen, dann hinderten Sie ihn zugleich an der freien Entfaltung seiner Tierpersönlichkeit. Sie können gerne versuchen, das Tierreich zu moralisieren. Wie Sie z.B. Orcas angesichts ihres “hohen Entwicklungsstandes” dazu bewegen wollen, aus “Rücksichtnahme” keine Robben, Delfine, Pinguine mehr zu quälen, wüsste ich gerne. Meinem Eindruck nach gleichen diese Floskeln über die Moralität der Tiere Sonntagspredigten. Von der Kanzel herab lässt sich viel erzählen.

  5. werter Autor –
    okay, Sie argumentieren eben auf Tiere bezogen “anders” als auf Menschen :-) ((was natürlich genau dem Vorwurf des Spezizismus übereinstimmt, was ich Ihnen allerdings nicht vorwerfen möchte in dieser Diskussion, da ja das genau das ist, was Sie bejahen :-) ). 1) Jedenfalls behaupten Sie, Moral und Ethik auf Tiere anzuwenden, wäre “schludrig”, da man da Verhalten, was nur so aussehe, mit einem menschlichen Begriff versehe. Ja, da haben Sie völlig recht. Allerdings (!) – auch bei anderen Menschen können wir immer nur Verhalten beobachten und dann nach unseren eigenen Maßstäben beurteilen und benennen….
    2) Ihr nettes Gletscherbeispiel ist nicht so “totschlagend” wie Sie vielleicht denken – schließlich wäre der Gletscher der Begriffsdefinition nach tatsächlich “auto-mobil” :-) . Gleiches gleich zu benennen und behandeln – ist philosophisch, wissenschaftlich, sprachlich ein Gebot der Logik.
    3) Und war es nicht auch mal gegen die Entfaltung der freien Mensch-Persönlichkeit, seine Nachbarn zu überfallen und ohne Gesetz und Moral zu leben?
    4) zudem: Sie scheren alle Tiere/Tierarten über einen Kamm: Klar, Orcas werden wir wohl kaum davon abhalten können, Robben zu töten (außer in Bereich, wo beide Tierarten allein unserer Verantwortung unterstehen wie in Zoos). Aber Haustiere und Kulturfolger in unseren Städten, da sieht das z.T. ganz anders aus. 5) Gerade auch bei denHaustieren können wir auch sehr wohl von einer kommunikativen Symmetrie ausgehen.
    6) was haben Sie gegen Sonntagspredigten? :-) …. ich spreche zudem nicht von einer Kanzel herab, ich habe auf einem Bauernhof gelebt, habe viele Haustiere und beschäftige mich im Alltag und in diversen Diskussion mit dem Thema. Haben Sie Haustiere? Haben Sie konkrete direkte Erfahrungen mit Tieren? (außer sie zu essen, natürlich – was ich auch noch tue).
    … das Problem ist bei der ganzen Sache, dass – bei allen Unterschieden zwischen Menschen und Tieren (sowie Tieren und Tieren sowie Menschen und Menschen) – eben gleiches Verhalten zumindest vergleichbar (nicht gleichsetzend) analysiert werden können: also sexistisches, rassistisches und eben auch spezizistisches Verhalten. Überlegen Sie, ob Sie Ihre Argumentation (unter geänderten Vorzeichen – wenn es denn nicht um Tiere sondern etwa um Frauen oder Schwarze ginge) immer noch genauso vertreten würden.
    ((“Kommunikation ist zwischen Schwarzen und Weißen nicht wirklich möglich”, “die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt handelt der freien Entfaltung der Persönlichkeit von Frauen / Männern zuwider” etc.))
    Nun gut. Schönes Wochenende.

    • Prinzipiell scheinen Sie von der irrtümlichen Vorstellung auszugehen, man könne überhaupt einen anderen Standpunkt einnehmen als den menschlichen – als gäbe es einen archimedischen Punkt außerhalb. Daraus resultieren viele Missverständnisse.

      auch bei anderen Menschen können wir immer nur Verhalten beobachten und dann nach unseren eigenen Maßstäben beurteilen und benennen

      Das ist völlig richtig. Aber Menschen können einander in der Regel sehr präzise mitteilen, was sie machen, denken, fühlen.

      Gleiches gleich zu benennen und behandeln – ist philosophisch, wissenschaftlich, sprachlich ein Gebot der Logik.

      Richtig. Ungleiches ungleich zu benennen und zu behandeln aber auch. Unter dem Aspekt der Zurücklegung einer bestimmten Strecke gleichen sich Gletscher und Auto prima facie. Das war’s aber auch schon. Der Gletscher wird nicht durch einen Motor angetrieben, er wurde nicht von Menschen hergestellt, wird nicht von einem Menschen gesteuert, er besteht nicht aus Metall, Kunststoff, er erfüllt keinen vom Menschen gesetzeten Zweck usw. usf.
      Und genau das kritisiere ich an Ihrer Betrachtungsweise: dass Sie sehr vordergründe Analogien mit Homologien verwechseln. Motto: Scheiße am Stiel ist auch ne Blume. Sie sagen, Tiere haben Moral, soger Ethik “gemäß ihres Entwicklungsstandes”. Ich sage: Wenn Orcas einen so “hohen Entwicklungsstand” haben – wieso können Sie die Tiere dann nicht dazu bewegen, aus moralischen Gründen Rücksicht auf andere Spezies zu nehmen? Welche “Moral” soll das sein, die niemanden zu irgend etwas verpflichtet?
      Ihre Behauptung mit den “Kulturfolgern” finde ich mehr als gewagt: Wie kommen Sie bloß darauf, dass “von Symmetriebedingungen auszugehen ist”. Das ist völlig abwegig. Was in dem Hund vorgeht, der mit dem Schwanz wedelt, wenn Sie zur Tür hereinkommen, können Sie nicht wissen. Symmetrie ist nicht einfach Gegenseitigkeit.

      Sicher kann man alles mit allem vergleichen. Sie sollten sich aber doch irgendwann einmal entscheiden, ob die Nutzung von Tieren nun Sklaverei ist oder ihr in relevanten Merkmalen ähnelt oder ihr einfach nur ähnelt. “Sklaverei” hat mit Tiernutzung gar nichts zu tun. Dass Schwarze keine oder keine voll zurechnungsfähigen Menschen seien, war ein Vorurteil. Sie sind nämlich in Wirklichkeit voll moral- rechts- und vertragsfähig. Dass Tiere diese Eigenschaften prinzipiell nicht haben, ist hingegen ein zutreffendes Urteil. Wer das Gegenteil behauptet, kann ja eine Kuh zur nächsten Präsidentin der USA nominieren.
      Sie können nicht zeigen, dass die Nutzung von Tieren Sklaverei ist. Sie können nur feststellen, dass sie ihr aus einem bestimmten Blickwinkel irgendwie ähnelt. Ich finde das ausgesprochen schwach. Denn die Nutzung von Messer und Gabel ähnelt der Sklaverei auch in bestimmter Art und Weise. Mit welchen Begründungen die Sklaverei gerechtfertigt wurde, ist im Hinblick auf die Nutzung von Tieren irrelevant. Entscheidend ist jeweils nur, ob die Begründungen richtig sind. Bei der Sklaverei sind sie falsch, bei Tieren sind sie richtig. Was soll überhaupt das ganze Gleichberechtigungs-Gerede in Bezug auf Tierarten, die keinerlei Interesse an Gleichheit und Demokratie haben? Sie wollen nun nicht behaupten, dass es im Löwenrudel eine Sehnsucht nach politischer Freiheit gibt? Ich finde, dass der Vergleich von Sklaverei, Sexismus mit dem “Speziesismus” eine groteske Herabwürdigung der entsprechenden Freiheitsbewegungen ist.

      Am Schluss werfen Sie alles durcheinander. Was wollen Sie denn damit andeuten? Dass Sie einen Schimpansen tatsächlich zur mitgeschöpflichen Rücksichtnahme verpflichten könnten? Auch hier müssten Sie sich entscheiden, ob Sie Tieren ihre “Freiheit” lassen wollen, so zu leben, wie es ihrer Art gemäß ist; dies schlösse aber die Vergewaltigung und den Mord ein (ohne dass dies strafrechtliche Konsequenzen hätte). Oder wollen Sie die Tiere in die moralische Besserungsanstalt schicken? Wenn Sie den Viechern hingegen Narrenfreiheit lassen, widerspricht das dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Wieso darf ein erwachsener Schimpanse, was ein erwachsener Mensch nicht darf? Und wieso wird ein erwachsener Schimpanse nicht vor Gericht gestellt, wenn er doch “Moral” hat, d.h. weiß, was er tut?

      Im übrigen: Ich bin gelernter Landwirt und hatte viel Umgang mit Tieren. Ich bin mit den Tieren immer prima ausgekommen. Aber auf die absurde Idee, es sei möglich, mit Rind, Schwein oder Huhn unter Symmetriebedingungen zu kommunizieren, bin ich nie gekommen.

      Ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende!

  6. okay. soweit kommen wir wohl nicht auf einen Nenner, da Sie wirklich Sein und Wertung vermischen.
    “Schwarze sind nämlich in Wirklichkeit voll moral- rechts- und vertragsfähig” – ach. Das sah aber im 18. Jahrhundert völlig anders aus, diese Wirklichkeit.
    ” Auch hier müssten Sie sich entscheiden, ob Sie Tieren ihre “Freiheit” lassen wollen, so zu leben, wie es ihrer Art gemäß ist” – nein muss ich nicht. Sie brachten das Argument, es wäre gegen die Tierpersönlichkeit, diese einzuschränken. Sie haben also behauptet, Tiere hätten eine Persönlichkeit. Und ich habe überhaupt nicht davon gesprochen, dass Tierhaltung etc. Sklaverrei sei. Die Argumentation dafür allerdings erinnert doch sehr an die für die Sklaverei.
    Hinzu komt, dass die meisten Tierrechtler nicht dafür eintreten, Tiere in unsere (!) Gesellschaft voll mit einzubeziehen. Tierrechte meinen meistens GRUNDrechte. Wir sehen ja auch alle Menschen als unter die Menschenrechte fallend an – und unterscheiden dennoch, dass etwa Ausländer nicht unsere Bürgerrechte besitzen.
    Aber gut. Beenden wir die Diskussion, da Sie ja grundsätzlich mit dem Ansatz, dass Tiere RECHTE haben (sollen), nicht übereinstimmen. Ich hoffe, dass Sie wenigstens den Tieren SCHUTZ zu gestehen :-) .

    • Ich vermische hier gar nichts. Ich finde, dass Sie unsauber argumentieren. Und Sie finden, dass ich unsauber argumentiere. Belassen wir es dabei. Selbstverständlich sollen Tiere Schutz genießen. Rechte für Tiere zu fordern finde ich hingegen widersinnig.

  7. Pingback: Grüne Woche diffamieren! | Meinung Wahn Gesellschaft

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