Ernährung muss Privatsache bleiben!

Beinahe wehmütig liest man heute die Zeilen des Philosophen Kurt Bayertz aus dem Jahre 2004. Damals konnte Bayertz noch wie selbstverständlich schreiben:

Der weitaus größte Teil unserer Handlungen ist moralisch neutral. Ob ich zum Frühstück Tee oder Kaffee trinke, ob ich meine Einkäufe im Laden A oder B tätige, welche Produkte ich dort kaufe und welches Fernsehprogramm ich mir ansehe: Alles das hat normalerweise mit Moral (im engeren Sinne) nichts zu tun. Moral ist daher kein Korsett, das uns die Luft zum Atmen nimmt und unser Handeln auf unerträgliche Weise einschränkt. (Kurt Bayertz: Warum überhaupt moralisch sein? München 2004, S.51)

Heute befindet man sich mit dieser Aussage beinahe schon in der Defensive, weil die Anzahl derer, die aus der Moral (wieder) ein Korsett machen wollen, anscheinend deutlich zunimmt. Die Frage etwa, ob man Kaffee oder Tee trinken soll, kann am Frühstückstisch Anlass zu heftigsten Konflikten geben. Es braucht z.B. nur jemand zu behaupten, der Genuss von Tee verursache mehr Umweltschäden als der von Kaffee, und schon hängt der Haussegen schief.

Der Trend geht eindeutig dahin, alle Handlungen moralisch zu deneutralisieren und damit Privatheit sowie Toleranz ganz abzuschaffen, anstatt an beiden Begriffen kritisch festzuhalten. Seit jeher werden vorzugsweise solche Handlungen bzw. Verhaltensweisen unter strenge moralische Kontrolle gebracht, die aus natürlichen Trieben resultieren. Wer Sexualität und Ernährung der Menschen zu kontrollieren vermag, hat zugleich eine sehr weitreichende Kontrolle über deren „Privatleben“. Da die Sexualität in unseren Breiten zumindest prima facie liberalisiert worden ist, wird die Art und Weise, wie Menschen ihren Hunger stillen, zunehmend Gegenstand moralischer (Selbst-)Zerfleischung. Essen, so heißt es überall, sei keine Privatsache.

Wie fadenscheinig mit dieser Behauptung Intoleranz und Herrschsucht als hohe moralische Gesinnung ausgegeben werden, sei an einem Beispiel demonstriert. Armin Rohm, der als „Tierrechtler und Verfasser ethisch-philosophischer Texte“ vorgestellt wird, möchte in einem Artikel zeigen, dass Essen keine Sache der persönlichen Entscheidung sei. Zu diesem Zweck stellt er folgende These auf:

Wenn ich behaupte, dass die Wahl zwischen omnivorer und veganer Ernährung jedem selbst überlassen werden sollte, dann unterstelle ich dabei unausgesprochen, dass es sich dabei um zwei moralisch weitgehend gleichwertige Alternativen handelt. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Wer Fleisch isst, verursacht unermessliches Leid und verantwortet immer die Ermordung unschuldiger Geschöpfe, während vegane Ernährung Leid, wo immer möglich, vermeidet. Die omnivore Ernährung erfordert also Opfer, und spätestens dann endet die persönliche Entscheidungsfreiheit.

Genau genommen handelt es sich hier um nur eine Alternative, nämlich die zwischen omnivorer und veganer Ernährung. Denn „Alternative“ bedeutet die Möglichkeit, zwischen zwei Optionen oder Gegenständen entscheiden zu können. Doch diese sprachliche Ungereimtheit nimmt sich im Vergleich zur inhaltlichen harmlos aus. Vegane Ernährung, so will Rohm zeigen, sei moralisch prinzipiell höherwertig als omnivore Ernährung. Womit begründet er das? Nehmen wir zunächst nur folgende Aussage:

Wer Fleisch isst, verursacht unermessliches Leid

Dies ist inzwischen eine geläufige Phrase bei allen, die mit dem Veganismus sympathisieren. Doch wieso verursacht jemand, der Fleisch isst, unermessliches Leid? Welches unfassbar große Leid verursacht z.B. ein Jäger, der mit einem Blattschuss ein Wildtier erlegt und es anschließend verspeist? Wenn er das Tier gut getroffen hat, dürfte das durch den Jäger zugefügte Leid unfassbar klein, nämlich gleich null sein. Man könnte sogar argumentieren, dass der Schütze dem Tier künftiges Leid erspart. Denn Wildtiere haben ein sehr entbehrungsreiches Leben und sterben oft eines äußerst unangenehmen Todes.

Die Behauptung, dass jemand nur deswegen signifikant großes Leid verursacht, weil er Fleisch konsumiert, ist falsch. Leider scheint der Autor nicht viel von begrifflicher Präzision zu halten und ebenso assoziativ zu denken wie seine begeisterten Kommentatoren. Bei dem Wort „Fleischkonsum“ läuft in seinem Kopf wohl automatisch ein Peta-Video mit schrecklichen Szenen aus der „Massentierhaltung“. Wenn er aber z.B. folgendes meint:

„Wer heutzutage Fleisch isst, das aus einer  bestimmten, tierquälerischen Haltungsform stammt …“,

sollte er das auch schreiben. So, wie er den Satz formuliert, handelt es sich aber um einen Allsatz des Typs „Alle Menschen sind sterblich“. Bei solchen Sätzen reicht ein einziges Gegenbeispiel, um sie zu falsifizieren, d.h. als unwahr zu verwerfen. Es ließen sich hier aber tausende Gegenbeispiele finden. Würde Rohm hingegen den Geltungsbereich seiner Aussage einschränken, müsste er differenziert argumentieren, und dann wäre seine platte Gegenüberstellung von tadelnswertem Fleischkonsum und lobenswertem Fleischverzicht dahin. Ich vermute, dass hier keine bewusste Absicht vorliegt, sondern dass der Autor einfach zu unreflektiert ist.

Ganz streng genommen kann man seine Behauptung übrigens gar nicht falsifizieren. Falsifizieren kann man nur Aussagen, in denen mindestens ein klares Kriterium zur Falsifikation enthalten ist. Doch dieses fehlt in dem betreffenden Satz. Was heißt „unermessliches Leid“? „Unermesslich“ ist kein relationaler Begriff, und Leid kann man kaum sinnvoll quantifizieren. Der Autor versucht nicht einmal, den Leidbegriff näher zu bestimmen. Bei der Aussage Wer Fleisch isst, verursacht unermessliches Leid handelt es sich daher nur um einen Gemeinplatz, der im Hinblick auf die Intentionen des Autors wertlos ist. Denn man kann die Fleischesser durch beinahe jede Gruppe ersetzen, z.B. durch Eisenbahnfahrer, Autofahrer, Vielflieger, Veganer. Die Lektüre von tierrechtlichen Ergüssen verursacht jedenfalls unermessliches Leid bei allen, die ihren Verstand nicht verkehrt herum angezogen haben.

Im nächsten Halbsatz wird’s auch nicht besser:

… und verantwortet immer die Ermordung unschuldiger Geschöpfe

Dass „Ermordung“ nicht der korrekte Ausdruck für die Tötung von Tieren ist, sondern bereits eine üble Unterstellung beinhaltet, lasse ich einmal beiseite. Auch hier haben wir es wieder mit einem Gemeinplatz zu tun, der ganz genauso auf x-beliebige Gruppen angewendet werden könnte, insbesondere auf Veganer: Wer Pflanzen isst, verursacht („verantwortet“) immer die Tötung unschuldiger Geschöpfe. Pflanzen sind bekanntlich auch unschuldige Geschöpfe. Das scheint dem „Tierrechtler“ ebenso entgangen zu sein wie die Tatsache, dass für die Produktion von pflanzlicher Nahrung „unermesslich“ viele Tiere sterben müssen (siehe unten).

Bevor er sich über solche Spitzfindigkeiten Gedanken macht, flüchtet Rohm lieber zum nächsten Gemeinplatz:

…während vegane Ernährung Leid, wo immer möglich, vermeidet.

Eine Ernährung kann nichts „vermeiden“. Dieser weitere sprachliche Fauxpas macht den Vortrag des Autors noch trüber, als er ohnehin schon ist. Was will er uns eigentlich sagen, und was sagt er wirklich? Rohm meint wahrscheinlich: Das Leid, das durch omnivore Ernährung verursacht wird, ist größer als das Leid, das durch vegane Ernährung verursacht wird. Er sagt aber nur, dass das Leid bei omnivorer Ernährung „unermesslich“ sei und bei veganer Ernährung vermieden werde, wo immer dies möglich sei. Bei genauem Hinsehen muss man jedoch feststellen, dass hier gar kein Gegensatz besteht. Man könnte nämlich mit einigem Recht folgendes behaupten: Auch wenn wir das Leid vermeiden, wo immer dies möglich ist, bleibt das gesamte Leid in der Welt dennoch „unermesslich“. Unter der (zutreffenden) Prämisse, dass Menschen um ihrer Selbsterhaltung willen auf die Nutzung und Tötung von Tieren angewiesen sind, vermeiden sie mittels strenger Tierschutzgesetze bereits heute (Tier-)Leid, wo immer dies möglich ist.

Um seine implizite These zu stützen, dass vegane Ernährung weniger Leid verursacht als omnivore, müsste Rohm einigermaßen exakt das Leidquantum benennen können, welches jeweils bei omnivorer und veganer Ernährung entstünde, und von diesem dann ebenso exakt das jeweilige Lustquantum subtrahieren. Dazu müsste er wiederum alle relevanten Umstände kennen. Dies ist jedoch unmöglich. Mit anderen Worten: Der Begriff des Leides bleibt ebenso schwammig wie der des Möglichen willkürlich. Ohne nähere Bestimmungen kann man obigem Halbsatz daher nichts Substantielles entnehmen.

Vielleicht klappts ja im nächsten Satz:

Die omnivore Ernährung erfordert also Opfer, und spätestens dann endet die persönliche Entscheidungsfreiheit.

Der Autor geht hier offenkundig davon aus, dass vegane Ernährung keine „Opfer“ erfordert. Dies scheint ihm so selbstverständlich zu sein, dass er es nicht einmal explizit erwähnt. Eine Begründung für diese implizite Annahme liefert er jedenfalls nicht. Warum überdies aus der Tatsache, dass eine Handlung Opfer erfordert, das Ende der persönlichen Entscheidungsfreiheit folgt, bleibt ebenfalls ungeklärt. Auch hier verweigert sich der Autor jeder begrifflichen Reflexion. Er betreibt weder Philosophie noch Ethik, sondern lässt lediglich ein paar Phrasen auf Stelzen laufen.

Nimmt man nun beispielsweise die Anzahl der durch eine bestimmte Ernährungsweise erzeugten tierischen Todes-„Opfer“, ist keineswegs ausgemacht, dass Fleischesser immer schlechter dastehen als Veganer. Es könnte z.B. auch sein, dass ein veganer Obstliebhaber mehr tote Viecher zu verantworten hat als ein obstverschmähender Fleischesser. Denn Obst wird heute in Niederstammanlagen produziert. Dort stehen viele kleine Obstbäume in Beetpflanzungen. Die besonders zarten Wurzeln der Bäume würden von Myriaden Schermäusen vollständig abgenagt, wenn man die vermehrungsfreudigen Nager nicht regelmäßig mit Fallen, vergifteten Ködern und Giftgas ins Mäusejenseits beförderte. Die Anzahl der für den Bedarf des Obstliebhabers getöteten Nager könnte die Anzahl der für den obstverachtenden Fleischfreund getöteten Tiere bei weitem übersteigen. Wenn man nun auch noch die Todesart der betroffenen Tiere mit in die Rechnung aufnähme, würde es noch schlechter für den veganen Obstfreund aussehen. Denn die Mäuse sterben einen viel elenderen und langsameren Tod als fachgerecht geschlachtetes Vieh.

Letztlich kann niemand nur annähernd genau berechnen, wie viele Tiere bei bestimmten Ernährungsarten sterben müssen. Wenn aber z.B. Grasland in Ackerland umgebrochen wird, stirbt auf der fortan als Acker genutzten Fläche mit Sicherheit ein Mehrfaches an Tieren („Ackerschädlingen“), als wenn man auf dem Gras weiter Rinder oder Schafe weiden ließe (siehe meinen Artikel zu diesem Thema). Wie dem auch sei, auf jeden Fall gälte (in den Worten Rohms): Wer Obst isst, verursacht unermessliches Leid und verantwortet immer die Ermordung unschuldiger Geschöpfe.

Die Waage neigt sich endgültig zu Gunsten der Omnivoren, wenn man bedenkt, dass vegane Landwirtschaft unermessliches menschliches Leid in Form von Hunger und Mangel erzeugen würde. Würden die veganen Moraltrompeter statt tierethischer Erbauungsliteratur nur ein wenig Bodenkunde studieren, wüssten sie das. Selbst wesentlich intelligentere Tierethiker als Rohm versäumen es, sich mit den Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion näher zu befassen. Nur deshalb können sie ihre tierrechtlichen Luftschlösser bauen.

Fazit: Rohm ist ein typischer veganer Dünnbrettbohrer, der mit ein paar „ethisch-philosophischen“ Phrasen seiner Intoleranz freien Lauf lässt. Die säkularisierte Welt scheint sich immer mehr mit kleinen Großinquisitoren zu füllen, die jeden Menschen einer hochnotpeinlichen Befragung über seine Essgewohnheiten unterziehen wollen. Rohm ist diesbezüglich sehr eifrig, wie man in seinem Artikel Der omnivore Tierfreund nachlesen kann. Vegane Willkür ist aber nur der Anfang eines Krieges aller gegen alle. Prinzipiell kann jeder jeden in Ernährungsfragen der Unmoral bezichtigen, wie es ihm gerade in den Kram passt. Und dabei tun sich Leute wie Rohm besonders hervor, denen die Lust am Kujonieren aus jeder Zeile zu dringen scheint. Diesem Terror muss man sich widersetzen. Ernährung muss Privatsache bleiben!

47 Gedanken zu „Ernährung muss Privatsache bleiben!

  1. Ich habe mir den Durchfall nur bi zur Hälfte durchgelesen. Reicht auch hin.
    Das Erschießen von Wildtieren also absolut notwendig ist damit es kein schlimmen Tod stirbt. Super klasse.
    Also erschlagen wir alle Menschen ab einen bestimmten Alter. Sagen wir ab 70. Machen wir es wie der Clown in den Prankvideos auf YouTube. Wir legen den Rentner auf den Boden und zertrümmern seinen Schädel mit einem riesigen Hammer. Da ist man sicher das der Tod innerhalb weniger Milisekunden eintritt. Man darf nicht vergessen das viele Menschen einen qualvollen Krebstod im Alter erleiden. Also töten wir sie doch vorsorglich.
    Das es besser ist ein Tier vorsorglich zu töten damit es keinen ach so qualvollen natürlichen Tod stirbt kann nur von jemandem kommen der Spaß und Befridigung an Töten hat.

    Und wer daran größten Spaß und gar sexuelle Befriedigung beim Töten von Tieren hat, ist nicht mehr weit entfernt davon Menschen zu ermorden.
    Da das Töten gerade bei Antiveganern größte Freude bereitet, kann die Kripo euch eigentlich schon vorsorglich beobachten. Hier ist die Vorratsdatenspeicherung wohl doch mehr als nötig.
    Denn so ziemlich jeder Massenmörder hat Tiere gequält und mit größter Freude getötet.
    Auch oft mit dem Vorwand das er das Fleisch der Tiere verzehren wollte.

    Hier vor Ort gab es mal einen Schlachter, der hat ein kleines Mädchen zerhackt. Und ratet mal was er bei seiner Vernehmung im Gericht ausgesagt hat.
    Er hatte bei jedem Schwein was er schlachtete eine Errektion. Er musste mehrmals onanieren bei seiner Arbeit.
    Zum Glück war der Richter hart und hat den Typ wegesperrt. Und in diesem Fall muss man sagen: Zum Glück hat dieser Typ Suizid begangen.

    • Michael P., erklären Sie mir bitte mal, woher Sie das Recht nehmen, Menschen, die sich omnivor (also gemäß ihrer Natur und Kultur) ernähren, rundweg zu potenziellen Mördern zu erklären? Weil Sie glauben, dass Massenmörder immer Omnivoren sind? Woraus schließen Sie das? Dass nicht bei jedem zweiten Massenmörder ein V in Klammern hinter dem Namen auftaucht? Ich weiß nicht, wie viele Massenmörder und Serienvergewaltiger Ihnen näher bekannt sind, aber bei einer Veganerdichte hierzulande von (hoch gegriffen) 0,5 Prozent müssten Sie schon 200 dieser Personen genau auf ihre Ernährungsweise hin gecheckt haben, um statistisch einen Veganer erwarten zu dürfen.
      Und weil ein mental schwer gestörter Schlachter (ich muss Ihre blumige Phantasie enttäuschen: nomalerweise bekommen Schlachter Erektionen in denselben Situationen, in denen Veganer sie auch bekommen) zum Kindermörder wurde, nehmen Sie sich heraus, das auf eine ganze Berufsgruppe und nebenbei subtil auf über 99% Ihrer Mitbevölkerung zu verallgemeinern? Hitler galt als Vegetarier. Wie fänden Sie meine Schlussfolgerung, fleischlose Ernährung mache den Betroffenen eben schnell mal zum größten Massenmörder aller Zeiten?
      Ihre Vorwürfe an Ihre Mitmenschen sind an Verunglimpfung und Menschenverachtung kaum noch zu überbieten. Und sie bestätigen meinen Verdacht: Tierrechtlertum und Veganismus haben wenig mit Empathie zu tun – aber viel mit Realitätsverlust, Selbstüberhöhung und Verachtung der Mitmenschen.

  2. „Die Lektüre von tierrechtlichen Ergüssen verursacht jedenfalls unermessliches Leid bei allen, die ihren Verstand nicht verkehrt herum angezogen haben.“ Danke für diesen Satz!

  3. danke für diesen sehr guten Artikel. Mich erinnern diese Veganer immer an die Zeiten der Inquisition. Heute wird nicht mehr gegeiselt, trotzdem werden verbal ähnliche Methoden verwendet um sich selbst zu erheben.

  4. Der Artikel ist aber ein sehr schwacher Versuch, doch nicht darauf achten zu müssen, was man isst. Der Autor erinnert mich ein wenig an ein quängelndes Kind, dass sich die Ohren zu hält. Ironischerweise macht er – wie so oft in solchen Sachen – genau jenes, welches er Herrn Rohm vorwirft: Er macht logische Kurzschlüsse und verwendet alle gängigen Sophismen.
    Auch ist der Traum von, dass es moralisch neutrale Handlungen gäbe, eine weltfremde Utopie, die sich der Autor hier wünscht. Veganer seien intolerant, weil sie nicht jeden Essen lassen, was sie wollen? Polizisten sind sicher auch intolerant, weil sie niemanden das Klauen lassen, was er will. Wie gemein! Er wirft demjenigen Intoleranz vor, der nicht toleriert, dass er selbst intolerant ist. Ach herrje.
    Auch ist der Quatsch mit den Äpfeln richtig weit hergeholt. Was? Für Äpfel sterben mehr Tiere! Sowas aber auch! Er hat nur dummerweise vergessen, dass Tiere auch etwas essen müssen. 3/4 der weltweit genutzten Agrarflächen werden für die Tierhaltung und für das Futter verwendet. Also gehen mindestens 3/4 aller hier hypothetisch angenommenen Feldmäuse schonmal auf das Konto der Fleischesser. Und diese essen ja auch noch ZUSÄTZLICH diese bösen, moralisch verwerflichen Äpfel. Plus, naja 56 Milliarden Tiere jährlich. Und auch wenn der Autor etwas gegenteiliges behauptet, hungernde Menschen. Falls ihm nicht aufgefallen sei, dass wie oben beschrieben die 3/4 Agrarfläche nicht für Tierprodukte verschwendet werden würde, wäre nämlich verdammt viel mehr zu Essen da. Für eine Kalorie Fleisch braucht man 16 Kalorien zB. Getreide. Und von den Umweltschäden die diese Ernährungsweise deshalb anrichtet (51% aller klimaschädlichen Gase weltweit gehen auf das Konto der Tierhaltung) will ich gar nicht erst anfangen.

    Ganz abgesehen davon, dass Ernährung sehr wohl keine Privatsache sein kann. In einer globalisierten Welt ist jede Form des Konsums keine Privatsache mehr. T-Shirts aus Kinderhänden? Öl aus Krisengebieten? Kaffee von Sklaven angebaut? Will der Autor diese auch leugnen oder was?

    Um es in den Worten des Autors zu sagen: Ein „dumm-dreister Artikel“ eines selbstgefälligen, geistigen „Dünnbrettbohrers“, welcher hier ein paar „Luftschlösser“ baut.

    „Vergewaltigung muss Privatsache bleiben!“
    „Mord muss Privatsache bleiben!“
    „Ich will keine Verantwortung für meine Taten übernehmen! Mimimi..:“

    • 3,4 Milliarden von insgesamt 5 Milliarden Hektar Agrarfläche dienen ausschließlich der Produktion tierischer Lebensmittel. Das sind etwas mehr als 2/3. Allerdings bestehen diese Flächen überwiegend aus Dauergrünland, das gar nicht in Ackerland umgewandelt werden kann. Auf diesen Flächen kann nur Weidewirtschaft betrieben werden oder – gar nichts. Wenn man von diesen Flächen keine Wiederkäuer ernährte, wäre nicht „verdammt viel mehr Essen da“, sondern verdammt viel weniger.
      Ohne Nutztierhaltung würde es überdies an Dünger fehlen, so dass es auf dem verbliebenen Ackerland nur noch Missernten gäbe. Wenn Sie dann den nötigen Phosphor und das Kali (damit ist nicht die indische Göttin gemeint) herzauberten, würden Sie sicher als Göttin verehrt werden (Düngung nur mit Mineraldünger wäre schierer Raubbau, also in Ihren Kategorien unmoralisch). Sie dürfen auch gerne den Versuch unternehmen, die Pampa, die Steppen Afrikas, das australische Outback, die europäischen Alpen, die endlosen Graslandschaften in Kasachstan etc. in Ackerland zu verwandeln, auf dem Pflanzen wachsen, die der Mensch auch verdauen kann. Dafür bekämen Sie garantiert einen Nobelpreis. Aber nehmen wir einmal an, das gesamte Grünland der Erde würde sich auf Ihr Geheiß in Ackerland verwandeln – dann wären Sie schuld an der gigantischen Vermehrung des Tierleides, weil beim Ackerbau eine Unzahl mehr Tiere (Ackerschädlinge) sterben müssten als bei Weidewirtschaft.
      Das mit den „16 Kalorien“ verwechseln Sie anscheinend mit dem Märchen, dass zur Produktion von einem Kilo Fleisch 16 Kilo Getreide notwendig wären. Ich kann nur den Kopf schütteln, was für ein Unsinn über die Produktion von Fleisch geschrieben wird. Um Rind- Schaf- oder Ziegenfleisch zu erzeugen, braucht man z. B. überhaupt kein Getreide. Die „Kalorien“ können diese Tiere über das Gras aufnehmen.
      Es war übrigens keine gute Idee von Ihnen, den kalorischen Ertrag zu erwähnen. Denn dabei sehen Sie mit ihrer Moral noch schlechter aus. Stellen Sie sich einen Hektar Ackerland vor, auf dem z.B. der bei Veganern beliebte Spargel angebaut wird. Der bringt pro Hektar 5 Tonnen Ertrag und liefert 50 Kilo Eiweiß und 5 Kilo Fett. Ein Traum für alle Magersüchtigen! Wenn man aber auf demselben Hektar Futterkartotteln für Schweine anbaute, bekäme man 60 Tonnen voller Nährstoffe. Man brauchte 100 Hektar Spargel, um den Nährwert von einem Hektar Futterkartoffeln zu erhalten. Was glauben Sie, wie viele Schweine man damit fett bekäme und wie viele Schnitzel das ergäbe. Von wegen „Fleischkonsum ist Verschwendung“! Spargelanbau ist extrem energieaufwändig. Erst im dritten Jahr kann überhaupt etwas geerntet werden, zudem wird er auch noch im Boden beheizt! Wenn Sie aber nun auf derselben Fläche Gras anbauen und an eine Kuh verfüttern, bekommen Sie pro Jahr locker 100 Hektoliter Milch, 340 Kilogramm Eiweiß und 420 Kilogramm Fett. Das wären z. B. 15 mal mehr Kalorien und 20 mal mehr Eiweiß, als wenn Sie auf derselben Fläche Erbeeren angebaut hätten.
      Also protestieren Sie gefälligst gegen Spargel- und Erbeerkonsum! Ernährung ist keine Privatsache. Wo bleibt Ihre Empörung über den Konsum von Salat, Gurken, Tomaten, Artischocken, Tee, Kaffee, Tabak, Baumwolle usw.? Das sind alles Pflanzen, die kalorisch keinerlei oder nur minimalen Ertrag bringen. Für den Anbau von Baumwolle ist der halbe Aralsee ausgetrocknet. Also zack-zack, rein in die Polyester-Klamotten! Kleidung ist schließlich keine Privatsache. Und was ist eigentlich mit holländischen Tulpen? Die verschwenden eine Menge Fläche, ohne auch nur einen Menschen satt zu machen. Wo bleibt Ihr Aufschrei gegen die vermaledeiten Tulpenliebhaber?
      Sie sehen: Die Dinge sind in der Realität komplizierter als in Ihrer manichäischen Traumwelt. Dass nicht jede Handlung moralisch bewertet wird, ist übrigens (noch) keine „weltfremde Utopie“, sondern die Voraussetzung jeglicher Toleranz. Und es gibt tatsächlich noch ein paar tolerante Menschen. Zu diesen gehören Sie offenkundig nicht. Sie dürfen sich also von meiner Kritik an den Ernährungsinquisitoren durchaus mit angesprochen fühlen. Sie fällen ohne Sachkenntnis rigide moralische Urteile und bringen Fleischesser mit Vergewaltigern und Mördern in Zusammenhang. Wenn Sie meinen, wir können das essen, was die Nutztiere fressen, dann essen Sie gefälligst Gras, Futtergetreide, Organgenschalen, Zitronenschalen, Erdnussschalen, Rapsexpeller, ganze Mais-, Gersten-, Roggen-, Weizenpflanzen (mit Stumpf und Stiel) und andere Delikatessen. Das mögen Sie nicht? Davon wird Ihnen übel? Nun stellen Sie sich mal nicht so an! Ernährung ist schließlich keine Privatsache.

      • Sehr lustig, wie dann immer das Model Weiderind herhalten muss, um die massenhafte Fleischproduktion schönzureden mit dem Hinweis, die Tötung eines Weiderinds würde weniger Tiere töten als die Ernte von ein paar Kartoffeln oder die Lagerung eines Sacks Getreide. Was ist mit den Millionen von Schweinen, Enten, Hühnern, Puten, etc. die sonst so in den Mastställen herumstehen und nie eine Weide zu Gesicht bekommen? Woher kommt wohl deren Futter und wie wird es erzeugt?
        Und das Argument „ich esse Fleisch weil das australische Outback kein Ackerland ist“ klingt ziemlich irrwitzig für jemanden, der in einer Gesellschaft lebt in der Lebensmittel im Überfluss existieren. Sie haben recht in der Aussage, dass vieles von den Tierfuttermitteln für Menschen nicht geniessbar wäre. Trotzdem gäbe es für diese Dinge durchaus bessere Verwendungszwecke wie beispielsweise Energiegewinnung oder Kompostierung. In einer Welt mit endlichen Rohstoffvorkommen durchaus wichtige Punkte.

        • Das Weiderind als „Model“? Das ist in der Tat lustig. Wenn Sie behaupten, dass ich die massenhafte Fleischproduktion „schönrede“, unterstellen Sie etwas, das Sie erst einmal beweisen müssten: nämlich, dass die „massenhafte Fleischproduktion“ verwerflich sei. Was ist denn überhaupt „massenhafte Fleischproduktion“? Und wer hat das Argument gebracht: Ich esse Fleisch, weil das australische Outback kein Ackerland ist? Ich jedenfalls nicht. Ich esse Fleisch, weil es mir schmeckt und gut bekommt. Da haben Sie gar nichts mitzureden. Sie haben ja nicht mal das Argument verstanden. Das „Model Weiderind“ muss deshalb „herhalten“, weil der überwiegende Teil des Agrarlandes Dauergrünland ist. Deshalb ist es sinnvoll und gut, darauf Wiederkäuer zu halten, damit man von diesen Flächen überhaupt etwas hat. Was ist daran so schwer zu begreifen? Die Schweine, Enten, Hühner, Puten stehen in ihren Ställen lange frisch. Hühner, die nie eine Weide zu Gesicht bekommen, leben gesünder. Denn Hühner fürchten sich vor offenem Gelände und werden bei Freilandhaltung von Parasiten dahingerafft. Sie scheinen nicht zu wissen, dass die Mortalität bei Freilandhaltung viel größer ist als bei reiner Stallhaltung. Hauptsache, Sie haben Ihre grüne Weide! Die Hühner würden Ihnen was husten. Schweine fressen beinahe alles. Sie können die Nahrung 30 mal so gut verwerten wie Menschen. Was meinen Sie wohl, warum der Mensch auf die Idee gekommen ist, Schweine zu halten? Sie können den Schweinen aber gerne das Futtergetreide wegessen, wenn Sie wollen. Beklagen Sie sich aber dann nicht bei mir über Ihre Darmbeschwerden. Was am Kompostieren von Futtergetreide sinnvoller sein soll, als anständige Koteletts zu produzieren, erschließt sich mir nicht. Für die Produktion von Biodiesel und anderen ineffektiven Energieformen gehen die besten Ackerflächen drauf. Das ist mal ein wirklicher Skandal! Aber darüber regt sich keiner auf. Sie können von mir aus auch Spargel und Erdbeeren zur „Energiegewinnung“ nutzen oder Artischocken und Auberginen kompostieren. Machen Sie doch, was Sie wollen. Aber tun Sie nicht so, als wäre das moralisch in irgend einer Weise von Belang.

          • Ich verstehe nicht, wieso man Veganern vorwirft, weltfremde Phantasien zu haben, wenn man hier mit aller Kraft versucht das Luftschloß „Fleisch schadet niemandem“ zu kontruieren. Das „Modell Weideland“ IST ein Modell. Ein ziemlich unrealistisches sogar. 2% der Rinder werden heute in Weidehaltung gehalten. Und ich glaube kaum, dass sie Hühner, Schweine, Fische etc so gut mit Gras ernähren können. (Rinder machen hier selbst nur einen Bruchteil der Tiere aus, der Großteil der Landlebewesen, die wir schlachten sind Hühner) Erzählen mir so viel sie wollen von „auf der Mehrheit der Flächen wächst nichts“. Die Tiere werden JETZT gefüttert. Und NICHT mit Gras, sondern mit Mais, Soja, Getreide, Kartoffeln. Und das könnten wir Menschen ohne Probleme essen. Also lenken sie in ihrer hirnrissigen Argumentation nicht mit irgendwelchen fiktiven Szenarien und falschen Prämissen ab. Sie haben oben übrigens „bewiesen“, dass man mehr Nährstoffe herausbekommt, wenn man statt Spargel Kartoffeln anbaut, die man an Schweine verfüttert. Glückwunsch, sie Genie. Wie viel Kalorien und Proteine bleiben dann noch in Form von Fleisch übrig? Warum essen wir nicht die Kartoffeln direkt. Sie stellen hier ein Strohmannargument nach dem anderen auf, nur um in ihrer beschränkten, egoistischen Weltsicht in irgendeiner Weise Recht behalten zu können. Und zum Dünger – auch nur eine sinnlose Ablenkung ihrerseits, aber ich gehe trotzdem darauf ein: Es wird mehr Scheiße produziert als Fleisch in der Massentierhaltung. Wir haben so viel Scheiße, wir wissen nicht wohin damit. Und Vogelgrippe, Schweinegrippe, Rinderwahn, verschmutzes Grundwasser, tote Zonen im Meer, alles von zu viel „Dung“. Wir haben zuviel davon, es gibt genug alternative Methoden.
            Die meisten von uns wurden mit der omnivoren Ernährung groß gezogen und keiner will hören, dass er mit seinem liebgewonnenen Lebensstil gewaltigen Schaden an der Umwelt, den Menschen, den Tieren und an seiner eigenen Gesundheit anrichtet. Aber man muss den Fakten auch in die Augen schauen und sich nicht die Welt schönreden. Ich weiß gar nicht, wieso den Veganern Weltfremdheit unterstellt wird, wenn sie die einzigen sind, die sich nichts schönreden wollen und Konsequenzen aus den Tatsachen ziehen. Sie sind ein erbärmlicher Feigling. Ich weiß, sie werden wieder mit irgendeinem Unsinn kommen, vielleicht sogar einen ad hominem à la „Sie sind so arrogant und verblendet bla bla“, um wieder von dem eigenlichen Diskussionthema abzulenken. Sie haben oben bewiesen dass für den Apfelkonsum Tiere sterben. Sie haben oben selbst gesagt wie schlimm Baumwolle, Kaffee etc sei. Also sind sie auch der Meinung, Konsum habe Konsequenzen, für die wir mitverantwortlich sind? Ich dachte ihre ursprüngliche Ausgangssituation – und auch die des Artikels war gewesen, dass Ernährung Privatsache sei. Jetzt plötzlich nicht mehr, sondern „Fleisch und Gemüse essen verursacht weniger Schaden als nur Gemüse essen“ (Sie merken sicherlich bereits hier, dass das rein semantisch schon Unsinn ist. Sie essen doch auch Spargel, Erdbeeren, etc. Was soll es bringen, das eine gegen das andere auszuspielen?). Essen ist keine Privatsache, wir schaden immer jemandem. Veganer sagen auch nicht, dass sie niemandem schaden. Sondern dass sie ihren Schaden minimieren wollen. So gut es geht. Und wenn man auch aus seiner Komfortzone heraustreten muss und dann eben ein Seitanschnitzel aus Weizen (Ieh, so etwas unnatürliches) essen statt eines aus einem einst lebenden und fühlenden Wesens. Diskutieren sie nicht mit mir, sondern informieren sie sich. Und bitte nicht bei denen über die Produkte informieren, die ihnen besagte Produkte verkaufen wollen… Sie können sich denken, wie zuverlässlich solche Informationen sein können. Und bitte bitte bitte lesen sie sich das durch, sie haben es bitter nötig: http://de.wikipedia.org/wiki/Typen_von_Argumenten#Sophismen

          • Natürlich ist Ernährung Privatsache. Sie und Ihresgleichen behaupten jedoch, dass diese oder jene Ernährungsweise unmoralisch sei, können aber kein fassbares Kriterium benennen, welches die unmoralische von der moralischen Ernährung unterscheidet. Sind Sie wirklich so vernagelt, nicht zu bemerken, dass ich Ihre Logik übernehme und zeige, dass diese ganze Aufrechnerei nichts als Willkür ist und man sie deshalb sein lassen sollte. Die abstrakte Gegenüberstellung von verwerflichem Fleischkonsum hier und lobenswertem Pflanzenkonsum dort ist barer Unsinn.
            Wenn Sie es für geboten halten, Futterkartoffeln zu essen, dann tun Sie es doch. Ich wette, dass Sie es nicht tun. Und wie nennt man jemanden, der von anderen fordert, was er selber nicht einhält? Einen Heuchler. „Sophisten“ sind für Sie offenbar alle, die Ihnen widersprechen. Die „Sophismen“ sind bei Ihnen das, was bei „Michael P. “ die „Errektionsprobleme“ und der „Durchfall“ ist. Legen Sie doch mal eine andere Platte auf! Und Ihr Vorwurf, ich sei ein „erbärmlicher Feigling“, ist schon sehr frech für jemanden, der hier anonym als „Tanja“ herumpöbelt.

          • Zitat KA: „Das “Model Weiderind” muss deshalb “herhalten”, weil der überwiegende Teil des Agrarlandes Dauergrünland ist. Deshalb ist es sinnvoll und gut, darauf Wiederkäuer zu halten, damit man von diesen Flächen überhaupt etwas hat. Was ist daran so schwer zu begreifen?“

            Für mich (und sicherlich noch einige andere) ist schwer daran zu begreifen, was für eine Relevanz das für Deutschland haben soll. Wieviel Weiderind aus dem australischen Outback verzehren wir bitteschön hier in Deutschland? Der Anteil von Weiderind hierzulande sollte äusserst gering sein und ist als Methode schon rein flächenmässig nicht geeignet um den Bedarf an Rindfleisch zu decken. Die Konsequenz ist, dass Futtermittel angebaut wird, bei dessen Ernte und Lagerung ebenfalls Tieropfer unter Mäusen etc. zu beklagen sind.

            Und dass die heutigen Hybridhühner nicht mehr auf einer Wiese (über)leben können finde ich ehrlich gesagt eher traurig als dass ich mich über deren Errungenschaft und effektive „Nutzung“ freuen könnte. Die meisten von ihnen können nicht einmal auf einer Stange sitzen oder sind dazu verdammt, den letzten Teil ihres kurzen Lebens im liegen zu verbringen da sie aufgrund ihres Gewichts nicht mehr stehen können. Unter diesen Umständen sich hinzustellen und zu behaupten: Die Hühner sind doch froh so zu leben, weil sie sich vor einer Wiese fürchten und keinen Parasitenbefall fürchten müssen, ist Zynismus pur.
            Aber wahrscheinlich fangen sie jetzt wieder mit ihren Erdbeeren, ihrem Spargel und dem ganzen anderen mimimi an und lenken von den eigentlichen Problemen ab.

            Zitat KA: „Wenn Sie dann den nötigen Phosphor und das Kali (damit ist nicht die indische Göttin gemeint) herzauberten, würden Sie sicher als Göttin verehrt werden.“

            Hier sind sie wieder falsch informiert. Eine Kuh kann ebenfalls keinen Phosphor herzaubern oder „Erschaffen“ im physikalischen Sinne. Jedenfalls ist mir nicht bekannt, dass eine Kuh ein lebender Fusionsreaktor wäre. Sie nimmt ihn mit der Nahrung auf und scheidet ihn wieder aus. Es gibt eine endliche Menge Phosphor und die Verschwendung davon durch Kuhmist, mit der Phosphor letztenendes durch Überdüngung in Gewässern landet, ist ein ernstes Problem. Desweiteren ist der Anbau von Soja (von dem 99% in der Tiermast enden) sehr Phosphor-intensiv. Aber natürlich sind solche Argumente moralisch nicht von Belangen und Verantwortung für zukünftige Generationen hört natürlich da auf, wo die Privatsache jedes einzelnen anfängt. Frei nach dem Motto: was kümmern mich die Sorgen von morgen.

    • Ich finde bei solchen Beiträgen immer, dass Leute, die den Verzehr tierischer Lebensmittel in die Nähe von Mord oder Vergewaltigung rücken, diese These mal in Gegenwart von Vergewaltigungsopfern oder Mordhinterbliebenen vorbringen sollten. Vielleicht würde das helfen, wieder ein bisschen Bodenhaftung in die vegane Weltsicht zu bringen …

  5. Juhu, ich habe es geschafft in Antivegan erwähnt zu werden. Wie gut das dort niemand weiß das ich da schon lange Mitglied bin.

    Antiveganer machen eigentlich genau das was sie den Veganern vorwerfen.
    Die werfen, man sieht es ja hier an diesem Blog, mit Fakten um sich die alle widerlegt werden können.
    Warum ist Deutschland eines der größten Fleischexportöre, wenn es doch über ausreichend Grünflächen für Rinderhaltung gibt. Warum gibt es hier gigantische Zuchthallen wenn es doch genügend Weideflächen gibt? Warum werde Tiere auf engstem Raum eingepfercht? Das meiste Land auf der Erde ist doch geignet für Weidehaltung?
    Man kann sich alles schönreden um sich der Verantwortung zu entziehen.

    • Genau, man kann sich alles schönreden, zum Beispiel den Pflanzenkonsum und den Veganismus. Es ist schon frech, wenn hier Kommentatoren, die mit dem Veganismus sympathisieren, andere auffordern, Verantwortung zu übernehmen. Glauben diese Leute etwa, Verantwortung zu übernehmen bestünde darin, irgendwelche Ernährungsmarotten zu kultivieren und anderen moralinsauren Speichel ins Essen zu spucken? Veganer sind im hohen Maße verantwortungslos, weil sie eine Produktionsweise fordern, die bei weltweiter Anwendung die Landwirtschaft kollabieren ließe. Wer nicht exakt angeben kann, wie man mit einer Landwirtschaft ohne funktionierende Nährstoffkreisläufe 7 Milliarden Menschen satt bekommen soll, sollte sich moralischer Urteile über dieses Thema enthalten. De facto lassen sich die Veganer von nutztierhaltenden Landwirten durchfüttern. Sie sind Moralparasiten, weil sie eine Handlungsweise fordern, die nicht universalisierbar ist. Und anstatt mir hier eine dusselige Frage nach der anderen zu stellen, machen Sie sich doch selber kundig! Studieren Sie mal Fachliteratur über Pflanzenkunde, Bodenkunde und Tierproduktion, anstatt im „Fleischatlas“ zu blättern, sich Peta-Videos reinzuziehen oder die gesammelten Werke von Hilal Sezgin und Armin Rohm zu überfliegen. Ich bin doch hier nicht der Erklärbär! Und ich habe auch keine Lust, Ihre wirren Gedanken zu sortieren.
      Dass Sie Fakten nicht mögen, leuchtet mir schon ein. Ich möchte Sie aber gerne dabei beobachten, wie Sie Fakten widerlegen. Genauso gut können Sie auch Kreise quadrieren. Fakten kann man per definitionem nicht widerlegen, sondern nur Behauptungen sprich Hypothesen. Was hat der Fleischexport mit dem Faktum zu tun, dass der überwiegende Teil der Agrarfläche Dauergrünland ist? Warum gibt es „gigantische Zuchthallen“? Na, um Tiere zu züchten. Das kann man im Freiland machen. Man kann es aber auch im Stall machen. Und Schweine auf einer Weide zu halten, wäre ziemlich töricht, denn die Viecher durchwühlen ja sofort alles und dann ist die Weide hin. Schweine stehen u.a. genau deshalb im Stall. Sie fressen uns aber trotzdem nicht das Essen weg. Es steht Ihnen, Herr P., frei, sich von Futtergerste und Sojaexpeller zu ernähren, also Schweinefraß zu essen. In der Nachkriegszeit hat man hierzulande aus purer Not Schweinefutter gegessen. Bis man gemerkt hat, dass es doch effektiver ist, Schweine damit zu mästen. Denn ohne die Tiere fehlte der Dünger. Und noch ein bisschen Nachhilfe: Futtergerste wird in der Regel auf Flächen angebaut, auf denen kein backfähiges Getreide angebaut werden kann. Und bevor Sie mit der Soja-Leier anfangen: Sojaexpeller ist ein Abfallprodukt der Ölerzeugung. Soja wird nicht „für unseren Fleischhunger“ angebaut, sondern vor allem für unseren „Ölhunger“. Der Import von Futtermitteln zur heimischen Tiererzeugung liegt bei lediglich 8 %. Dass die armen Schweine soviel Soja fressen müssen, ist das Resultat des unsinnigen Tiermehlverbots, das die Allesfresser zu Zwangsvegetariern macht. Von Soja werden die Biester aggressiv und fangen das Schwanzbeißen an. Wie gesagt, essen Sie doch Sojaexpeller! Aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie plötzlich auch mit dem Schwanzbeißen anfangen.

      • KA: „Soja wird nicht “für unseren Fleischhunger” angebaut, sondern vor allem für unseren “Ölhunger”.

        90% der Sojapflanze als solche landen als Sojamehl in der Tiermast, während 10% als Öl benutzt werden. (Quelle: Wikipedia). Die Zahlen verdeutlichen klar, wie sehr die Tiermast von Soja abhängig ist und wofür Soja in Wirklichkeit angebaut wird.

        • Da sitzen Sie dem Irrtum auf, aus der Masse darauf zu schließen, zu welchem Zweck ein Produkt angebaut wird. Das ist gerade so, als wenn Sie behaupteten, das Getreide würde um des Strohes willen angebaut. Die Tiermast ist prinzipiell überhaupt nicht vom Soja abhängig. Man kann Tiere auch mästen, ohne Soja zu verwenden. Sie meinen wahrscheinlich, dass derzeit in der Tiermast viel Soja eingesetzt wird. In Deutschland liegt das u.a. am Tiermehlverbot. Das Eiweiß wird daher z. B. in der Schweinemast vermehrt inform von Sojaschrot zugeführt.

        • @ Alucard
          Wenn man schon Wikipedia zitiert dann sollte man das auch richtig tun

          „Die Sojabohne wird heute auf 6 % der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste Ölsaat….
          …Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet wird. Der verbleibende Sojakuchen (rund 80 % der Masse) wird aufgrund des hohen Eiweißgehalts zu 98 % in der Tierproduktion verfüttert.“

          „In der Anbausaison 2008/09 wurden 91 % der Sojaernte in Ölmühlen gepresst“

          Man erkennt also, dass das beim Sojaanbau erzeugte Tierfutter (wie auch beim Anbau von Raps und anderen Ölsaaten) lediglich ein Abfallprodukt der Ölgewinnung ist.

          • Wenn man 80% der Masse von Soja für die Tiermast verwendet und die restlichen 20% der Masse für Sojaöl, dann ist der Hauptverwendungszweck eindeutig die Tiermast. Es dann so zu drehen, dass der Hauptanbauzweck die Produktion von Sojaöl sei ist einfach ein billiger Taschenspielertrick.

          • @ Alucard
            Mathe liegt halt nicht jedem… 🙂 Es ist nicht schlimm das nicht zu verstehen. Allerdings sollte man dann nicht so „laute“ Töne spucken.
            Danke @ St. Elmo

  6. Ach übrigens, ich bin kein Veganer. Ich bin ein Landwirt, der Einbußen durch die Agrarindustrie hat.
    Der Verbraucher kauft nichts Hochwertiges mehr. Er kauft nur noch Billigware. Für Kleinbauern, die wirklich gutes Essen liefern wollen ist kein Platz mehr. Die Industrie hat sich den Verbraucher auf billig erzogen.
    Ihr seht die Veganer als Problem, ich sehe die Veganer als logische Konsequenz.
    Dank Internet ist es halt möglich sich zu informieren. Ihr habt damit ein Problem das sich der Verbraucher nicht mehr durch Werbung beeinflussen lässt.
    Und jetzt auch noch die bösen Veganer mit ihren Earthlings.
    Nur woher stammen denn die Aufnahmen in Earthlings? Aus Hollywood?
    Wie verblendet seid ihr? Statt das Problem anzugehen wollt ihr die vernichten die das Problem aufzeigen.

    • Jaja: Sie sind Landwirt, und ich bin der Kaiser von China. Wieso ist Veganismus die „logische Konsequenz“ aus der Tatsache, dass der Verbraucher „auf billig erzogen“ ist? Wer keine billigen Waren kaufen will, kann doch teure kaufen, z.B. ein Biohähnchen oder einen Diamanten. Er muss ja nicht gleich Veganer werden. Aber nehmen wir einmal an, Sie hätten damit Recht. Dann bleibt natürlich trotzdem die Frage, ob der Veganismus inhaltlich überzeugen kann. Er ist aber weder moralisch geboten, noch bemühen sich seine Anhänger um eine sachgerechte Analyse bzw. Lösung von Problemen. Veganismus ist nichts weiter als eine fundamentalistische Ideologie. Die Frage, wie Tiere genutzt werden sollen, ist eine ganz andere Frage als die, ob Tiere überhaupt genutzt werden dürfen. Wer sich mit der Beantwortung der ersten Frage befasst, hat die zweite bereits bejaht. Veganer verneinen aber in der Regel die zweite Frage, und deswegen braucht man sich mit ihnen auch nicht über die erste zu unterhalten.

  7. Hier muß irgendwo ein Nest sein ? Können mal eben alle die Hände hoch nehmen, deren Essen NICHT von Tierhaltung beeinflußt ist? Ohne organischen Dünger aus der Tierhaltung produziert und ohne irgendwelche Tierfuttermittel zu hinterlassen?

    Wer sich da ganz sicher sein kann, und sich „nichts vorzuwerfen hat“, betreibt Raubbau an den Ressourcen unserer Kinder. Herzlichen Glückwunsch!

  8. Liebe KommentatorInnen und „liebe“ KommentartorInnen: Ich kann aus Zeitgründen leider nur noch sporadisch auf die oft sehr langen und z.T. wirren Kommentare antworten. Ich möchte daher noch einmal auf das Buch Don’t Go Veggie hinweisen, in welchem alles, was ich hier nur kurz angerissen habe, ausführlich erläutert wird. Das Buch erscheint voraussichtlich Ende März. Ich kann es auch denjenigen empfehlen, die mich hier mit Verve angreifen. Sie können Don’t Go Veggie dann gerne – z. B. in Ihren Foren, Blogs, veganen Käseblättchen usw. – nach Herzenslust verreißen.

  9. In Antivegan wird extrem sich hartnäckig auch an das Argument geklammert das Kupfer ohne Knochen nicht möglich wäre
    . Die Tiere werden doch nicht wegen ihrer Knochen geschlachtet.
    Die Knochen werden genutzt weil sie billig verfügbar sind. Man wird schnell andere Herstellmethoden anwenden wenn es nicht mehr genug Knochen gibt.

    Und wo bleibt der Beweis das eine Kuh ein Fusionsreaktor ist. Schließlich wird hier ja die These aufgestellt das Kuhdung die einzige Möglichkeit ist Phosphor als Dünger zu verwenden.

    Eine Tierlose Landwirtschaft ist sehr wohl möglich. Es müssen eben andere Methoden entwickelt werden.
    Genug pflanzliche Abfälle sollte es geben zur Kompostgewinnung. Stroh aus der Getreideernte, Kartoffelpflanzen, Das Blatt von der Zuckerrübe. Zu dem gibt es jeden Herbst noch reichlich Laub.
    Sie sehen es gibt genug Alternativen zur Gülle. Klar muss umgestellt werden.

    Der Fleischkonsum in Deutschland war ja nicht immer so extrem hoch. Wie haben denn die Menschen hier früher überlebt? Als es noch nicht vier mal am Tag Fleisch gab?
    Selbst ich kenne noch den traditionellen Sonntagsbraten.

    Wozu braucht es diesen schwachsinnigen Blog?
    Ist es die Wut darüber das der Fleischkonsum in Deutschland endlich rückläufig ist.
    Ist es die Angst das auch in andren Ländern der Konsum sinkt?
    Habt ihr Angst das ihr bald keine Ferkel mehr auf den Boden knallen könnt?
    Habt ihr Angst das es bald keine Möglichkeit mehr gibt legal ein Kopfschuss zu verpassen?
    Habt ihr Angst das es Bludbäder bald nur noch illegal oder im TV gibt?

    Und Hoffnung kommt auch aus den USA. Denn auch dort wird immer häufiger der Sinn des ausufernden Fleischkonsumes hinterfragt.
    Denn auch dort geht der Verbrauch an Fleisch glücklicherweise zurück.
    Bleibt also Hoffnung das der Verbrauch auch weltweit endlich zurückgeht.

    Wie kommt ihr eigentlich auf die dumme Idee das Veganer mehr Tiere töten als Omnivoren? Wird das Getreide und das Gemüse für Omnivoren anders geerntet als für Veganer?
    Und ich kann dich beruhigen, es wird schon an Techniken gearbeitet, die verhindern das Tiere bei der Ernte umkommen.

    Und noch etwas, es gibt Landwirte die komplett ohne Tiere und tierischen Produkten erfolgreich ihre Äcker bestellen. Die haben ganz normale Ernten.

    • Nein es ist keine nachhaltige Landwirtschaft ohne Gülle, Menschenexkremente oder Kunstdünger möglich. All dies wird von der bioveganen Landwirtschaft abgelehnt. Wenn sie mit Gründüngern arbeiten, wie oben beschrieben, ist das entweder ein Raubbau weil die Pflanzenreste nur das Kali und Phosphor in den Boden zurück bringen, was nicht in der Hauptfrucht steckt und das ist nunmal häufig der größte Teil. Wird die Hauptfrucht hingegen von Tieren gefressen, haben sie einen fast geschlossenen Nährstoffkreislauf, der Rest muss halt fossil ergänzt werden. Oder sie verwenden Gründünger oder Kompost, die von anderen Flächen stammen. Die führen natürlich zusätzliche Nährstoffe wie Kali und Phosphor zu, schlussendlich laugen sie damit aber nur den Boden aus, von dem dieser Gründünger stammt, verlagern das Problem also nach hinten und schließlich ist überall der Ofen aus. Der Gedanke, man könnte einfach jeden Herbst das Laub im Wald aufsammeln und auf den Äckern verteilen, ohne den Wald dabei auszulaugen ist ziemlich erheiternd, denken sie der Baum holt sich seine Nährstoffe aus der Luft?

      • Laub gibt es in Städten teilweise in riesigen Mängen. Menschliche Exkremente sind auch in Überfluss vorhanden.
        Jetzt zu behaupten das tierische Gülle das Nonplusultra ist und somit wieder einmal das Abschlachten von Tieren zu rechtfertigen ist mal wieder typisch.
        Wie gesagt, wie hat man das Problem in Deutschland vor 40 Jahren gelöst? Da gab es Fleisch nicht in den Übermengen wie heute.
        Gülle ist übrigens eher als Problem zu betrachten. Denn nicht umsonst ist in vielen Regionen das Grundwasser mit Nitraten belastet.
        Aber für ein billiges Schnitzel kann man das ruhig hinnehmen. Was interessieren schnon die Nachfahren. Die können ja Tierblut statt Wasser trinken. Gibt es eben noch ein Grund mehr Tiere auf barbarischer Weise zu quälen.
        Wenn ich mich in Deutschland so umsehe, sehe ich gkaum Weiden. Und trotzdem ist Deutschland eines der größten Fleischlieferanten.
        Aus Australien kommt kein Fleisch nach Europa.
        Wenn man sich hier umsieht, sieht man Futtermeis auf den Feldern. Früher hat man das Getreide wie Roggen oder Gerste gesehen. Jetzt nur noch Futterpflanzen.
        . Also werden auch neben dem Regenwald auch heimische Flächen „verbraucht“ um die unnötige Fleischgier zu befriedigen.
        Und als ob sich Tönnies, Wiesenhof und Co um Nachhaltigkeit kümmern. Da zählt es nur so viele Tiere so billig wie möglich zu erzeugen. Wichtig ist das Kapital daraus.
        Ein Tier ist für die nur ein Rohstoff. Den es ohne Rücksicht auf Verluste zu Geld zu machen gilt.

        Und ihr erzählt hier was von Nachhaltigkeit und Nährstoffkreisläufen.
        Das interessiert euch genausowenig wie den großen Agrarfabriken.
        Klar sind Veganer da im Weg. Wenn alle vegan leben, wer soll dann die Tierleichenteile kaufen?
        Eine Umstellung hieße investieren und forschen.
        Und das in “ Geiz ist geil “ Zeiten?
        Nie und nimmer. Dann lieber Lügen und Märchen erzählen. Vom wichtigem Fleisch. Denn Werbung ist billiger als Forschung.

        • Was das an der Problematik ändert dass ihre Laubdüngung nicht nachhaltig ist, wenn der Baum in der Stadt steht anstatt im Wald hätte ich gerne erklärt. Das Grüngut was in der Stadt anfällt wird kompostiert und wird zum größten Teil allein schon von den Hobbygärtnern verbraucht, für die Landwirtschaft bleibt da gar nichts übrig. Klärschlammdüngung ist auf Obst- und Gemüseflächen verboten und die meisten Mühlen und Molkereien fordern von ihren Lieferanten einen Nachweis, dass die Flächen nicht mit Klärschlamm gedüngt wurden, da im menschlichen Abwasser ziemlich viele unfreundliche Chemikalien unterwegs sind. Außerdem nimmt etwa ein Viertel aller Menschen täglich Hormone, die im Abwasser landen und die keine Kläranlage herausbringt.
          Dass es früher weniger Gülle gegeben haben soll, ist schlicht und ergreifend falsch. Um auszurechnen, wie viel Gülle ein Tier produziert, teilt man sie in „Großvieheinheiten“ ein. Eine Kuh produziert etwa die dreifache Menge an Gülle wie ein Mastschwein, deshalb sind drei Mastschweine eine Großvieheinheit. Es werden in Deutschland wesentlich weniger Großvieheinheiten gehalten als noch 1950, d.h. es gibt heute weniger Gülle als früher. Das hängt damit zusammen, dass damals Kunstdünger noch nicht so verbreitet war.

          http://media.repro-mayr.de/73/610073.pdf

          Wenn die überschüssige Gülle aus Regionen mit intensiver Tierhaltung in die Ackerbauregionen wie z.B. Hannover oder Brandenburg gebracht wird, gibt es keine Probleme, deshalb haben wir in Deutschland eine Düngeverordnung.

          • Was sie mit umstellen und forschen meinen, würde mich auch interessieren. Dass eine Landwirtschaft ohne Tierhaltung und Kunstdünger nicht funktioniert wussten bereits die Bauern im Mittelalter, deshalb wurde die Dreifelderwirtschaft erfunden. Die wissenschaftliche Theorie dahinter wurde von Carl Sprengel und Justus von Liebig im 19. Jahrhundert formuliert. Diese Erkenntnisse gelten bis heute und da gibt es nichts zu forschen, jeder seriöse Bodenkundler erkennt nach 2 Sekunden die Unmöglichkeit einer solchen Landwirtschaft.

          • Korrektur, ein Eber hat 0,3GV, ein Mastschwein hat 0,12GV. Hatte das falsch im Kopf.

  10. Ach ja. Es kommt viel Soja für die „Nutztiere “ aus Südamerika hier her. In dem Soja sind die Nährstoffe aus den südamerikanischen Boden enthalten. Diese kommen dann in das deutsche Schwein dessen Scheiße auf deutschen Äckern landet.
    Richtig, hier haben wir dann fruchtbare Böden. Aber die Regenwaldflächen, die dem Soja weichen mussten, verwüsten dann zusehens aus Nährstoffmangel.
    Auch werden viele Regenwaldflächen einfach abgebrannt um daraus Grünland für “ Nutztiere “ zu machen. Diese Flächen werden wenige Jahre beweidet, und danach dürfen sie dann sich auch zur Wüstenlandschaft wandeln.
    Die Verwüstung des südamerikanischen Kontinentes sind ein ernstzunehmendes Problem.
    Die Verwüstung in Südamerika, die stets steigende Nitratbelastung in Deutschland, der Untergang afrikanischer Kleinbauern. Das alles ist ein fairer Preis für Schnitzel, Steak und Würstchen. Solange die für sehr wenig Geld in Deutschland erhältlich sind, ist das alles kein ernstzunehmendes Problem.

    • Richtig, wenn die Sojaflächen nicht mit Kunstdünger gedüngt werden, bringen die irgendwann keine Erträge mehr und verüsten, weil keine Tierhaltung dahinter steht. Dort haben wir im Prinzip biovegane Landwirtschaft. Man baut Leguminosen und Getreide im Wechsel an, bringt nichts zurück und irgendwann ist der Boden fertig. Mit einer angepassten Weidewirtschaft kann man hingegen die Bodenfruchtbarkeit erhalten.

      • Die Felder dort werden nicht mit Kunstdünger versorgt.
        Nein wenn keine Erträge mehr erzielt werden, wird einfach „neuer“ Regenwald abgefackelt. Ein Feuer zu legen ist deutlich billiger als Kunstdünger auszubringen.
        Der Endverbraucher will sein Fleisch billig. Da der Regenwald umsonst ist wird er einfach „verbraucht“.
        Ist doch egal das in Brasilien eine zweite Sahara entsteht. Hauptsache in Europa gibt es billiges Fleisch.
        Und danke TTIP ist es bald tatsächlich möglich Rinder für den deutschen Fleischmarkt auf natürliche Weideflächen in Brasilien zu halten. Einfach großes Feuer entfachen, paar Monate abwarten und dann rauf mit dem Rindern auf die Grünflächen. Dann müssen die Tiere tatsächlich nicht teuer zugefüttert werden.
        Dann kann die Fleischindustrie werben “ Wir füttern nicht zu. Aus absolut natürlicher Weidehaltung „

        • Aha und aus diesem Grund wollen sie jetzt weltweit die biovegane Landwirtschaft einführen obwohl völlig klar ist, dass diese nicht funktioniert? Dass Regenwald abgeholzt wird, ist in der Tat eine Sauerei. Also wäre es zielführend, sie würden sich in Brasilien politisch engagieren, um das zu stoppen. Dann würden sie zur Abwechslung mal was tun, das wirklich einen positiven Effekt auf die Menschheit hätte. Es gibt nämlich auch noch ein oder zwei andere Gründe für die Rodung der Regenwälder, die Erz- und Tropenholzindustrie wäre vermutlich recht unbeeindruckt wenn wir hier unseren Fleischkonsum einstellen würden.

          • Markus Gut: Genau, wenn die Landwirtschaft nach den Vorgaben von „Michael P.“ betrieben wird, werden alle satt und gesund. Wenn die Welt nach den moralischen Vorstellungen von „Tanja“ und „Nader“ eingerichtet wäre, würden Toleranz und Menschlichkeit walten. Das Goldene Zeitalter bräche an. Wer sowas glaubt, hält auch den bösen Wolf für seine Großmutter.

  11. Zu den vielen Pseudofakten, die hier von manchem verbreitet werden, gehört auch die Behauptung, dass die Haltung von Nutztieren 51 % der Treibhausgase produziert. Diese Behauptung ist natürlich Unfug und dient offenkundig dem Zweck, die Haltung von Nutztieren als klimaschädlicher darzustellen, als es die Nutzung von PKW, Bussen und Flugzeugen ist. Denn so können die Veganer guten Gewissens auf den Fleischessern herumhacken und gleichzeitig von einer Schlachthof-Mahnwache zur anderen jetten. Dazu hat Georg Keckl einen schönen Text verfasst: http://www.keckl.de/texte/FOCUS%20Teil%20April%202011.pdf

  12. Weiß gar nicht was die Veganer wollen. Die meisten Tiere sind nutzlos wenn man die nicht verspeist.
    Es ist doch nicht schlimm wenn man ein Tier schlachtet. Ich kann euch als Biologe sagen, Tiere haben gar nicht das Bewusstsein um richtig Schmerzen zu spüren.
    Also liebe Veganer, habt euch nicht so. Schon seit tausenden Jahren tötet der Mensch Tiere. Und das ist auch gut so.
    Das muss so sein. Denn sonst haben Tiere schließlich keinen weiteren Sinn. Gerade Schweine wären ja völlig nutzlos wenn wir die nicht schlachten würden.
    Kühe und Hühner geben Milch bzw. Eier. Aber nach Ablauf ihrer Leistungsfähigkeit sind auch die nutzlos. Und somit muss der Metzger ihn einen neuen Sinn geben. Nämlich der Braten.

    • Hahaha. Wenn du Biologe sein willst und behauptest, Tiere hätten kein Bewusstsein um richtig Schmerz zu spüren, bist du die grösste Lachnummer von allen.

  13. Natürlich haben Tiere kein Bewusstsein. Dazu muss man weder ein Biologie-noch ein Psychologiestudium absolviert haben. Eine durchschnittliche Regelschule ist da vollkommen ausreichend. Was natürlich nicht bedeutet, dass besonders kreative Vampire (

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