Unideologischer Biolandbau?

Gegen meine Vorbehalte bezüglich des Biolandbaus wird oft eingewendet, dass es viele unideologische Biobauern gebe, die einfach nur einen speziellen Markt bedienen wollen. Das ist zweifellos richtig. Es ist vollkommen legitim, aus rein ökonomischem Interesse ein bestimmtes „Segment“ zu bedienen, für das es gesellschaftliche Nachfrage und staatliche Förderungen gibt. Solche Biobauern sind mir persönlich auch viel sympathischer als die „Überzeugungstäter“.

Dies ändert aber gar nichts an den geistigen Grundlagen des Biolandbaus. Wer zum Beispiel Papst-Souvenirs verkauft, muss nicht selber gläubig sein. Auch ein Ungläubiger kann einen Laden betreiben, in dem es Papst-Aschenbecher oder Papst-Bembel gibt. Er braucht also nicht an die christlichen Religion, den Katholizismus und den „Stellvertreter Gottes auf Erden“ zu glauben, um erfolgreich Papst-Devotionalien zu verkaufen. Dennoch wäre ihm ohne Katholizismus kein geschäftlicher Erfolg beschieden.

Vielleicht hätte es sogar ohne das Christentum mit seiner Vorstellung einer durch Gott zweckhaft gestalteten Natur niemals Biolandbau gegeben. Jedenfalls sind die Verbote, an welche sich die Biolandwirte halten müssen, meiner Ansicht nach nicht vernünftig zu begründen. Sie beruhen auf einer ideologischen Abneigung gegen das „Künstliche“ und „Widernatürliche“.
Ob jeder einzelne Biobauer diese Abneigung teilt, spielt dabei keine Rolle.

2 Gedanken zu „Unideologischer Biolandbau?

  1. Dennoch wäre ihm ohne Katholizismus kein geschäftlicher Erfolg beschieden.

    „quod erat demonstrandum“, es soll hervorragende Milcherzeuger geben, die keinen Käse essen.

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