»Fleisch ist ein Klimakiller«

Bonnie & Clyde des Klimas bei der Arbeit (Foto: Wikimedia Commons, 4028mdk09)

Wie bei allen menschlichen Aktivitäten gelangen auch bei der Viehnutzung Treibhausgase (THG) in die Atmosphäre. Da die Furcht vor der Klimakatastrophe in den wohlhabenden westlichen Ländern weit verbreitet ist und viele Umwelt- sowie Vegetarier-NGOs diese Angst propagandistisch nutzen, steht die Fleischproduktion besonders in der Kritk. Der universale Fleischverzicht scheint sich als Patentlösung des Klimaproblems anzubieten.

Unklare Begriffe

Bei Begriffen wie »klimaschädlich« oder »Klimakiller« handelt es sich um Metaphern. Klima ist das durchschnittliche Wetter in einem Zeitraum von mindestens dreißig Jahren. Man kann dem Klima nicht schaden und es auch nicht töten. Irgendein Klima ist immer, und diesem selbst ist gleichgültig, in welchem Zustand es sich konkret befindet.

Eine erste Schwierigkeit ergibt sich also schon bei der Frage, wem geschadet wird und wer oder was geschützt oder gerettet werden soll. Die meisten werden wohl annehmen, dass es um den Schutz des Menschen und »seiner Lebensgrundlagen« gehe. Doch in den öffentlichen Debatten wird häufig der Eindruck erweckt, Klima, Erde, Natur müssten als solche gerettet werden – und zwar vor den Menschen.

In § 1 des deutschen Naturschutzgesetzes steht, dass die Natur aufgrund ihres »eigenen Wertes« und als Lebensgrundlage des Menschen zu schützen sei. Aber beides ist nicht unbedingt deckungsgleich. Hat die Natur einen »Eigenwert«, ist ihr Nutzen für den Menschen zweitrangig bis irrelevant. Menschliche Interessen müssten im Konfliktfall zurückgestellt werden. Das tiefenökologische Credo lautet schließlich »Nature comes first« bzw. »Earth comes first«. Der Mensch darf demnach nur so weit »eingreifen«, wie es für sein pures Überleben notwendig ist. Die Tiefenökologie war sehr einflussreich und prägt heute das Alltagsbewusstsein. Geht es also auch in der Klimadebatte mehr um Ökosysteme oder Artenvielfalt als um den Menschen?

Diese Frage ist keineswegs trivial: Solange man sich hierbei nicht einig ist, kann man keine rationale Diskussion führen, weil man zwar die dieselben Metaphern verwendet, aber trotzdem von verschiedenen Dingen redet. Unterschiedliche Grundvorstellungen ergeben unterschiedliche Lösungsvorschläge.

Unsichere Datenbasis

Wenn Fleisch und tierische Produkte als »Klimakiller« oder »klimaschädlich« bezeichnet werden, kann damit nur gemeint sein, dass sie in hohem Maße das Klima (für den Menschen?) negativ beeinflussen. Die bloße Tatsache, dass bei der Fleischproduktion THG ausgestoßen werden, ist für jene Klassifikation nicht hinreichend, da alle menschlichen Aktivitäten mit Kohlenstoffemissionen verbunden sind. Man könnte auf einer solchen Basis auch den Breitensport kritisieren oder sexuelle Hyperaktivität oder die Haustierhaltung, da auch diese Praktiken mit »erhöhten« Kohlendioxidemissionen verbunden sind.

Bei der Abgrenzung von »klimafreundlichen«, »klimaneutralen« und »klimaschädlichen« Praktiken ergeben sich große Probleme. Schon die Frage, wie viel der Mensch überhaupt zur globalen Erwärmung beiträgt, ist sehr schwierig zu beantworten. »Um das zu wissen, müsste man die beteiligten Naturkräfte genau verstehen, und ich glaube nicht, dass wir das tun«, sagt Steven Koonin, Leiter des Center for Urban Science and Progress der New York University. Koonin ist kein Klimaskeptiker oder –leugner. Er weist lediglich mit größerem Nachdruck als seine Kollegen auf die Unsicherheiten der bisherigen Berechnungen und Modelle hin.

Die Agrarökonomen Harald von Witzke und Steffen Noleppa benennen ein weiteres Problem: »In der Tat gibt es keine allgemein- bzw. allgemeingültige wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig als internationaler Standard anerkannte Konvention der Messung von spezifischen Emissionen […]. Das erschwert natürlich den Vergleich und impliziert mehr noch Unsicherheit.«

Diese allgemeine Unsicherheit lässt viel Raum für »kreatives Rechnen«. Je nach Bedarf kann man dramatische, weniger dramatische oder undramatische Zahlen erhalten, indem man die Grundannahmen variiert. Am meisten hat bisher das Worldwatch Institute (WWI) geboten, eine Umweltschutz-NGO. Sie behauptet, dass allein die Nutztierhaltung für 51 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich sei. Kein Wunder, dass diese Zahl von Tierrechts- und Umweltschutzorganisationen gerne verwendet wird.

Allerdings hat das WWI unter anderem die Atmung der Nutztiere oder »verpasste Chancen der Wiederaufforstung« mit eingerechnet. Wie der Agrarstatistiker Georg Keckl berichtet und auch belegt, war derlei Rechenakrobatik selbst der veganen Albert-Schweitzer-Stiftung zu heikel, sodass diese einen kritischen Artikel rasch wieder löschte, den sie auf Facebook gepostet hatte.

Die seriösere Welternährungsorganisation (FAO) kam in einer ersten Studie auf 18 Prozent und hat diese Zahl in einer zweiten Studie auf 14 Prozent gesenkt. Der Rinderhaltung werden in der zweiten Studie nur noch 4 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen zugeschrieben. Das hört sich nicht sehr dramatisch an. Der Weltklimarat (IPCC) unterbietet die FAO und schlägt der gesamten Landwirtschaft nur 13,5 Prozent zu. Eine Studie der UNEP kommt auf 11 Prozent, eine Studie der Technischen Universität München taxiert diesen Anteil auf 10 bis 12 Prozent, den Anteil der Viehhaltung auf 5 Prozent.

In Deutschland hat die gesamte Landwirtschaft laut Bundesumweltamt etwa 7 Prozent Anteil an der inländischen Treibhausgasemission. Die Nutztierhaltung schlägt mit 4,6 Prozent zu Buche. Vor der Landwirtschaft rangiert die Energiewirtschaft mit 37 Prozent, gefolgt von Verkehr (18), Kleinfeuerungsanlagen (15,6) und verarbeitendem Gewerbe (13,7).

Angesichts des höheren Anteils von Energiewirtschaft und Verkehr leuchtet es schon an dieser Stelle nicht mehr unmittelbar ein, die Fleisch- und Milchproduktion als besonders »klimaschädlich« zu klassifizieren. Es kommen aber im Folgenden eine Reihe Argumente hinzu, die jene Klassifikation noch fragwürdiger erscheinen lassen.

Quelle und Senke

Nun ist die Landwirtschaft mitsamt Viehhaltung der einzige Wirtschaftszweig, der nicht nur Quelle von Treibhausgasen, sondern auch Senke ist. Land- und Forstwirtschaft leisten als solche einen Beitrag zum Klimaschutz und binden zusammen sogar mehr Treibhausgase, als sie freisetzen. Landwirtschaft verwendet bereits heute hauptsächlich regenerative Energie – eben Futterpflanzen.

Was die Viehhaltung betrifft: Nutztiere gasen den Kohlenstoff aus, den ihre Futterpflanzen kurz zuvor der Atmosphäre entzogen haben. Obwohl vom Menschen gezüchtet, ist das Vieh damit Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs. Seit hunderten Millionen Jahren gibt es Tiere auf der Erde, die Kohlenstoff ausscheiden. Lange bevor der Mensch existierte und Ackerbau sowie Viehzucht betreiben konnte, hat es große Populationen von Wiederkäuern gegeben, die Methan ausgeschieden haben.

Dass der Methan-Anteil durch die Nutztiere nun so sehr gestiegen sein soll, »dass das den Klimawandel stärker als der heutige Massenverkehr befeuert hätte, ist absurd«, kritisiert der Agrarstatistiker Keckl. Es ist auch unklar, ob die domestizierten Wiederkäuer die Methan-Konzentration im Vergleich zu vorlandwirtschaftlichen Zeiten überhaupt nennenswert verändert haben. Man kann das Methan der Nutztiere nämlich chemisch nicht von dem der Wildtiere unterscheiden. Im Gegensatz dazu unterscheidet sich das Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen chemisch vom Kohlendioxid aus anderen Quellen.

Während die Emissionen des Viehs zum natürlichen Kohlenstoffkreislauf gehören, gelangen durch fossile Brennstoffe, die Abermillionen Jahre dem Kreislauf entzogen waren, zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre. In diesem Sinne sind die fossilen Brennstoffe allemal »klimaschädlicher« als die Emissionen des Viehs.

Trotz höherer Fleisch- und Milchproduktion stagnierte überdies die Methan-Konzentration in der Atmosphäre vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2007. Die Emissionen sind bis heute sogar rückläufig. Im letzten Jahrzehnt ist die Konzentration hingegen zehnmal so schnell gestiegen wie im Jahrzehnt zuvor. Dies hat aber nichts mit Wiederkäuern zu tun, sondern wahrscheinlich mit dem Anteil des Hydroxyl-Radikals in der Atmosphäre, welcher um sieben Prozent gesunken ist. Das Radikal verbindet sich mit Methan und spaltet es in Kohlendioxid sowie Wasserdampf auf. Die Konzentration des Methans hat sich also erhöht, weil es in der Atmosphäre weniger schnell abgebaut wird. Die Ursachen für den Rückgang sind bislang unbekannt. Also müssten die Wiederkäuer zumindest aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden.

Fleisch ist nicht gleich Fleisch

Bei der Kritik an der Fleischproduktion stehen die Wiederkäuer im Mittelpunkt, da sie viel Methan »rülpsen«. Wie wir sahen, scheint dieses Argument lange nicht so stark zu sein wie angenommen. Ferner muss jener vermeintliche Nachteil mit den enormen Vorteilen ins Verhältnis gesetzt werden. Denn Wiederkäuer können Gras und stark zellulosehaltige Pflanzen verdauen. Da mehr als zwei Drittel der globalen landwirtschaftlichen Fläche aus Grünland besteht, ist es sehr sinnvoll, das Gras durch die Wiederkäuer in Fleisch und Milch umzuwandeln und damit für den Menschen nutzbar zu machen.

Es gibt allerdings noch andere Nutztiere. Bei der Produktion von Schweine- und Geflügelfleisch existiert zum Beispiel kein nennenswertes Methanproblem. Im Gegensatz zu Geflügel und Schwein wird beispielsweise beim Reisanbau laut Weltklimarat etwa zwei Drittel der Menge ausgestoßen, die die Wiederkäuer emittieren. Man könnte also theoretisch den Reisanbau sowie die Rinderproduktion zurückfahren und mehr Schweine- und Geflügelfleisch produzieren.

Ob dies aus anderen Gründen sinnvoll erscheint oder nicht, spielt keine Rolle. Es geht hier nur um die Möglichkeit, Methan-Emissionen zu reduzieren. Wenn immer nur die Brutto-Emission der Viehhaltung als Begründung herangezogen wird, sie zu reduzieren, muss derselbe Maßstab auch für den Pflanzenanbau gelten.

So verstanden hätte Deutschland bereits Vorbildliches zum Klimaschutz beigetragen, da dort die Anzahl der Wiederkäuer und Pferde in den letzten hundert Jahren zurückgegangen ist. Stattdessen gibt es mehr Schweine und viel mehr Geflügel. Der THG-Anteil der Schweineproduktion am gesamten Anteil der deutschen Fleischproduktion beträgt in Deutschland etwa 10 Prozent, bei Geflügel sind es nur 0,5 Prozent. Und Reis wird hier ohnehin nicht angebaut.

Bedenkt man nun noch, dass der gesamte THG-Ausstoß der Bundesrepublik nur 2,36 Prozent der weltweiten Emissionen ausmacht, kann man ermessen, wie wenig der Konsum von deutschen Hühner- oder Schweineschnitzeln das Weltklima beeinflusst. Ob wir hierzulande halb so viel oder doppelt so viel davon essen wie zur Zeit üblich, hat keinerlei messbaren Einfluss auf die Konzentration der THG in der Atmosphäre. Es ist wichtig, sich dies zu vergegenwärtigen, damit keine Illusionen über die Wirkung des hiesigen Fleischverzichts aufkommen. In Deutschland hätte er nur symbolische Funktion.

Verschiedene Umweltschutz-Organisationen haben zum Beispiel gefordert, dass der Fleischkonsum in Deutschland um mindestens 50 Prozent sinken solle, um das Klimaziel der Bundesrepublik zu erreichen, bis 2050 die THG um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Laut einer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen präsentierten Berechnung würde aber die Halbierung des Fleischkonsums in Deutschland dem Klimaziel bloß um 1,1 Prozentpunkte näherkommen – ganz zu schweigen von dem Null-Effekt auf die globale THG-Konzentration und das Klima.

Die richtige Bezugsgröße

Besonders irreführend ist, dass bei Effizienzvergleichen diverser Lebensmittel fast immer Kilokalorien pro Kilogramm Nahrungsmittel als Maßstab verwendet wird. Die Einheit »Kalorie« gibt aber nur die Energie in Gestalt der Wärmemenge (Brennwert) wieder. Sie sagt nichts darüber aus, wie gut diese Energie im Körper verwertet werden kann. Holz, Erdöl oder Kohle haben auch Brennwert – einen sehr hohen sogar –, aber niemand verlangt, dass wir uns künftig von Holz oder Kohle ernähren sollen, weil diese mehr Kalorien liefern als Gemüse und Fleisch.

Früher wurden an kirchlichen Feiertagen allerdings oft Biber gegessen, weil diese als Fische galten. Wer damals Biber aß, nutzte tatsächlich indirekt das Holz für die eigene Ernährung – genauso wie das Gras durch den Konsum von Fleisch und Milch von Wiederkäuern.

Korrekt wäre nicht der Vergleich der Kalorienmengen, sondern der bioverfügbaren Nährstoffe, insbesondere des Eiweißes. Tierisches Eiweiß hat einen deutlich höheren physiologischen Wert als pflanzliches Eiweiß und kann vom menschlichen Körper am leichtesten aufgeschlossen werden. Die Nährstoffdichte ist bei tierischen Produkten höher. Stellt man dies in Rechnung, schneiden tierische Produkte bezüglich der THG-Emissionen besser ab als pflanzliche. Wenn nicht mit zweierlei Maß gemessen würde, müsste die Produktion von Spargel, Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Paprika, Tee, Kaffee, Sojamilch und ähnlichem viel stärker in der Kritik stehen als die Fleisch- und Milchproduktion.

Klimaschutz nur Vorwand

Landwirtschaft ist wie erwähnt der einzige Wirtschaftszweig, der THG bindet. Nutztierhaltung gehört zu diesem Wirtschaftszweig. Man kann sie nicht einfach herauslösen, um die Welt mit veganer Landwirtschaft zu »beglücken«. Ohne Nutztierhaltung würde das weltweite landwirtschaftliche System kollabieren. Die Zahl der Hungernden würde sich dramatisch erhöhen. Eine starke Reduzierung des Viehbestandes hätte ebenfalls negative Folgen, da der fehlende organische Dünger durch Kunstdünger ersetzt werden müsste, welcher wiederum sehr »klimaschädlich« ist.

Wer im Zusammenhang mit dem Klimaproblem die Nutztierhaltung in den Vordergrund rückt, verfolgt offensichtlich andere Zwecke als den Klimaschutz. Veganer und Tierrechtler nutzen die vermeintliche Klimaschädlichkeit der Fleischproduktion lediglich zu Propagandazwecken. Sie stülpen den Fleischverzicht als Patentlösung jedem Weltproblem einfach über.

Für Tierrechtler darf es aber ohnehin gar keine Rolle spielen, ob der Fleischkonsum dem Klima schadet oder nützt, denn wenn Tiere Menschenrechte hätten, wie von Tierrechtlern verlangt, wären diese Rechte unveräußerlich. Sie müssten selbst dann gelten, wenn die Pflanzenproduktion dem Klima weit mehr schadete als die Fleischproduktion. Wenn jemand sagen würde, »die Menschenrechte schaden dem Klima, deshalb muss man sie abschaffen«, würden die Wenigsten zustimmen, denn Recht ist nun einmal Recht.

Blindheit und Taubheit

Wer sich derart auf den Fleischverzicht versteift, ist blind für sachgerechte Lösungen. Man könnte die Emissionen zum Beispiel auch senken, indem man weltweit nur noch Hochleistungsrassen einsetzt. »Der Methanausstoß bleibt pro Rind immer gleich. Hochleistungsrinder […] liefern ein Vielfaches an Milch wie indische Rinder. Da die Zahl der Rinder und nicht die Menge der Futtermittel über die Emissionen entscheiden, würde beispielsweise eine Modernisierung der indischen Rinderhaltung die Milch- und Fleischproduktion vervielfachen, ohne dass mehr Methan ausgestoßen würde«, schreiben Nikolaus Ott, Uwe Knop und Udo Pollmer. Indien ist der größte Milchproduzent der Welt. Durch Verbesserung der Fütterung kann man bei Wiederkäuern eine Menge Methan reduzieren.

Auch bei Schweinen gibt es großes Einsparpotenzial. Würden global nur noch Hochleistungsschweinerassen eingesetzt, könnte der Bestand um über 40 Prozent reduziert und gleichzeitig die Fleischmenge erhöht werden. Auch mit optimierter Fütterung und modernen Stallsystemen kann viel Emission eingespart werden. Die FAO findet aus diesen Gründen viele lobende Worte für die intensive Nutztierhaltung.

Es gibt weitere Lösungsvorschläge, zum Beispiel das »Holistic Management« des südafrikanischen Biologen Allan Savory. Dieser versucht, die Wüsten mit extrem hohem Viehbesatz Stück für Stück wieder in Grasland umzuwandeln, um auf diese Weise das Ernährungsproblem in Afrika und zugleich das Klimaproblem zu lösen. 35 Millionen Hektar Wüste sind dadurch bereits in Grasland umgewandelt worden. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wird Savory von Veganern bekämpft und lächerlich gemacht, unter anderem in dem Propagandafilm »Cowspiracy«.

Fazit

Dass die Fleischproduktion in der Öffentlichkeit derart penetrant als hauptverantwortlich für den Klimawandel hingestellt wird, ist von der Sache her unplausibel und beruht auf negativer Voreingenommenheit. Prominente wie Leonardo di Caprio oder Hannes Jaenicke machen Reklame für den Veganismus, jetten um die Welt und geben sich als Kämpfer gegen den Klimawandel aus. Doch allein von dem, was di Caprio oder auch Al Gore im Jahr an THG verfliegen, könnten viele einfache Bürger ein Leben lang ad libitum Steaks oder Schnitzel essen.

Die Behauptung, Fleisch sei ein Klimakiller, scheint lediglich dem Zweck zu dienen, Normalsterbliche als Klimasünder ins Unrecht zu setzen und sich selbst als Klima-Messias Sonderrechte zuzugestehen. In Wirklichkeit ist Fleisch ein Klimawandelkiller.

Literatur

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https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article4922403/Nutztiere-sind-weltweit-mit-die-groessten-Klimakiller.html

Jürgen Foß: Klimakiller Fleisch. Animal Rights Watch online. 4. Mai 2007.
https://www.ariwa.org/wissen-a-z/62-klimakiller-fleisch.html

Alexander Schwab: Vorwärts zur Natur. Bern 2007.

Harald von Witzke, Steffen Noleppa: Klimaeffekte des Pflanzenschutzes in Deutschland. Berlin 2012.
https://www.agrar.hu-berlin.de/de/institut/departments/daoe/lr/ihe/Veroeff/IVA_120122-mit%20Schutz.pdf

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https://derstandard.at/2000072884861/Klimawandel-Energieexperte-zweifelt-am-Ausmass-der-menschlichen-Schuld

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http://keckl.de/texte/FOCUS%20Teil%20April%202011.pdf

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http://www.keckl.de/texte/Albert%20Schweitzer%20WWI_kritik.pdf

Pierre J. Gerber et al.: Tackling climate change through livestock. Rom 2013.
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Allan Savory, Jody Butterfield: Holistic Management. Washington DC 2016.

Nicolette Hahn Niman: Defending Meat. Chelsea 2014.