Ich AfD? Nee!

Seit ich mich öffentlich zu den Themen Landwirtschaft, Ökologismus, Natur- und Tierethik äußere, werde ich von Leuten, denen meine Schlussfolgerungen nicht passen, regelmäßig als „rechts“ beschimpft. Lange bevor es die AfD gab, bin ich schon zum Nazi gestempelt worden. In Zuschriften phantasierten empörte Zeitgenossen frei darüber, dass ich angeblich einem „rechten Netzwerk“ angehöre (1). Andere beteten mir folgende Litanei vor: Wer gegen Tierrechte ist, ist ein „Speziesist“, daher auch Rassist und Sexist, also Trump (und Hitler in einem). Soziologische Studien hätten dies einwandfrei erwiesen. Es wurde mir schon eine AfD- und eine NPD-Mitgliedschaft angedichtet. Dies betrachte ich als üble Nachrede und Verleumdung.

Ich bin in keiner Partei Mitglied (nie gewesen) und gehöre nur einem einzigen Verein an: Tierhaltung modern und transparent e.V. (2) Meine Aktivität erschöpft sich hier allerdings darin, den Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Ich äußere mich in der Öffentlichkeit ausschließlich zu Themen, von denen ich etwas verstehe. Aus dem, was ich zu diesen Themen schreibe, kann man nicht auf meine allgemeine politische Anschauung schließen. Soviel sei aber verraten: Ich hege keine Sympathie für die AfD. Es fiele mir nicht ein, diese Partei zu wählen. Eine Mitgliedschaft käme also erst recht nicht infrage. Das Gleiche gilt natürlich auch für NPD, Pegida oder ähnliche politische Organisationen und Gruppierungen.

Ich bin ein geistig unabhängiger Mensch. Als solcher erregt man immer Anstoß bei Personen, die das Gruppendenken pflegen. Ich habe keinerlei Mission und gehöre keinem politischen Netzwerk an. Ich möchte nicht in eine Fremd- oder Eigengruppe einsortiert werden. Ich bin weder einer von denen noch einer von uns. Ich trage Argumente vor, ohne Rücksicht darauf, wem diese gefallen oder missfallen könnten.


Anmerkungen

(1) Ein Leserbriefschreiber nannte als Beweis für meine „rechte Gesinnung“, dass unser Buch Don’t Go Veggie! vom Buchdienst der Jungen Freiheit vertrieben werde. Dieser Tatbestand war mir bis dahin unbekannt. Schaut man nun dort unter der betreffenden Rubrik Wissen nach (Stand 2.11.2019), findet sich auf der ersten Seite unter anderem ein Buch des FAZ-Herausgebers Jürgen Kaube, eines des Ökologen Hansjörg Küster, eines des Psychologen Niels Birbaumer, eines von Alexander von Humboldt. Sind das nun alles Nazis oder Angehörige rechter Netzwerke? Wohl kaum.
Als weiterer „Beweis“ diente dem Leserbriefschreiber mein Artikel über Tierschutz und Nationalsozialismus. Ich habe letzteren hier im Blog online gestellt. Hinweis: Man ist mitnichten rechts, wenn man nachweist, dass die Nationalsozialisten den Tierschutz sehr ernst genommen haben, und daraus schließt, dass Vegetarier das nationalsozialistische Deutschland loben müssten, sofern sie behaupten, die Humanität einer Gesellschaft könne man daran erkennen, wie pfleglich darin mit Tieren umgegangen werde.

(2) Ich war als Jugendlicher bis 1984 in einem Basketballverein. Ungefähr von 1987 bis 1993 war ich passives Mitglied des WWF. That’s it.