„I don‘t discriminate. I hate everyone!“

Diesen Spruch habe ich mal auf einem lustigen Button gesehen. Die Doppeldeutigkeit daran ist das Schönste. Denn „to discriminate“ bedeutet einfach „unterscheiden“, wie es dem lateinischen Wortstamm entspricht. Aber es bedeutet eben auch „Benachteiligen“.

Der Kampf gegen Diskriminierung ist meinem Eindruck nach in eine Phase eingetreten, wo bereits die Unterscheidung eine Benachteiligung sein soll. Da es unerlässlich für das menschliche Denken ist, Unterscheidungen zu treffen, ist ein solcher Kampf zugleich ein Angriff auf das Denken als solches. Das hindert die tapferen Kämpfer*innen jedoch nicht daran, selber in manichäisch scharfer Abgrenzung die Guten (wir) von den Bösen (die da) zu unterscheiden.

Tierrechtler meinen zum Beispiel, in der Unterscheidung von Mensch und Tier sei die Benachteiligung des letzteren bereits enthalten. Dieses Totschlagargument kann man jedoch auch auf sie selber anwenden: Schon die Unterscheidung von Vegetariern und Fleischessern ist bereits eine Benachteiligung der letzteren.

So. Und nun können wir alle den Schlaf der geistigen Umnachtung weiterschlafen und dabei ohne Unterlass von Diskriminierung plappern.