Kinder sterben?

Tote Kinder wegen der Maskenpflicht

Am 1. Oktober hatte ich auf Twitter ohne Kommentar ein emotionales Video des HNO-Arztes Bodo Schiffmann retweetet, in dem er weinend beklagt, ein „weiteres Kind“ sei gestorben, weil es eine Maske tragen musste. Ich twitterte etwas später, es sei keineswegs ein abwegiger Gedanke, dass Kinder infolge der Maskenpflicht sterben. Auf den konkreten Fall bin ich nicht eingegangen. Später wurde von der Polizei gewarnt, es handele sich bei der Todesnachricht um einen Hoax. Das kann durchaus sein, aber der Polizei vertraue ich in Sachen Corona nur mäßig und „Recherchenetzwerken“ überhaupt nicht.

Allgemein gilt, dass wegen unsinniger Anticorona-Maßnahmen bereits zahllose Menschen gestorben sind und noch viel mehr Menschen sterben werden, darunter auch Kinder. Dies wird von den „aufgeklärten“ Bürgern nicht nur hingenommen, sondern als vermeintlich kleineres Übel geradezu begrüßt. Angesichts dessen kann man schon mal die Fassung verlieren. Schiffmanns Video habe ich vor allem aufgrund seiner verzweifelten Mahnung retweetet, dass die „unteren Vollzugspersonen“, also Lehrer, Erzieher und andere, später zur Verantwortung gezogen werden könnten, falls sich die Maskenpflicht am Ende doch als rechtswidrig erweisen sollte. Das kann ich nur unterschreiben. Allein, um sich selbst gegen später drohende Strafverfahren abzusichern, sollten verbeamtete Lehrer unbedingt remonstrieren.

Was die Masken für Kinder betrifft: Niemals in der Geschichte mussten so viele Menschen über so lange Zeit Atemschutzmasken tragen. Niemals musste eine auch nur annähernd so große Anzahl Kinder täglich und zum Teil sogar beim Schulsport solche Masken aufsetzen. Es gibt keine Erfahrungen damit, und Reihenversuche sind aus verständlichen Gründen bisher unterblieben. Die Kinder in Kitas und Schulen wurden nicht im Voraus einzeln auf mögliche Unverträglichkeiten und körperliche Gebrechen hin untersucht, die das Maskentragen für sie zum hohen Risiko machen könnten. Es wird einfach in Kauf genommen, dass eine unbestimmte Anzahl von ihnen schwere Probleme bekommt oder stirbt (siehe diese ausführliche Stellungnahme von Prof. Christof Kuhbandner).

Mangels valider Daten muss man also den gesunden Menschenverstand bemühen: Da Masken nicht ohne Ursache die Belastbarkeit herabsetzen und viele Menschen beim Tragen nun einmal Atemnot empfinden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Masken unter ungünstigen Bedingungen und bei Belastung in einigen Fällen zum Sargnagel werden. Das gilt erst recht für Kinder, da sie mehr Sauerstoff brauchen, weniger belastbar und zugleich weniger einsichts- und steuerungsfähig sind als gesunde Erwachsene. Kinder haben kleinere Lungen und engere Atemwege, also ein fragileres Atemsystem. Zudem können aversive Reaktionen auf das Maskenmaterial den Tod begünstigen oder sogar direkt herbeiführen. Schließlich kommt das europäische Schnellwarnsystem RAPEX nicht damit hinterher, die zahllosen unzertifizierten Modelle zurückzurufen, welche schwerwiegende Gesundheitsrisiken bergen. Ganz zu schweigen von den Schimmelsporen und Keimen, die sich in der Maske ansammeln, wenn sie nicht in kurzen Abständen gewechselt oder desinfiziert wird.

Man braucht also kein Mediziner zu sein, um sich auszurechnen, dass ein Kind, das über einen langen Zeitraum hinweg täglich für viele Stunden eine womöglich unzertitifierte Maske auf nicht sachgemäße Weise tragen muss, unter ungünstigen Umständen daran sterben kann. Und dies wird umso wahrscheinlicher, je größer die betroffene Menschengruppe ist. Allein angesichts der riesigen Menge Kinder, die weltweit Masken tragen müssen, halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, dass bereits eine Reihe Kinder daran gestorben sind. Es ist allerdings leicht, den ursächlichen Anteil der Maske am Tod eines Menschen zu verschleiern. Und genau das wird im Fall des Falles wohl auch getan. Schließlich steht für die Verantwortlichen viel auf dem Spiel. Die Exekutive hat auch in Deutschland inzwischen die Macht, breit angelegte Vertuschungsaktionen unbeschadet durchzuziehen. Denn die Justiz fällt als Dritte und die Presse als Vierte Gewalt weitgehend aus. Jeder kritische Bericht kann von „Rechercheagenturen“ als Fake News delegitimiert werden. Menschen, die solche Berichte in sozialen Netzwerken verbreiten, fallen dem dort lauernden Mob zum Opfer, der sie in der Luft zerfetzt.

Hinzu kommt Folgendes: Bekanntlich ist die Definition von „Covid-Toter“ in der Regel sehr weit. Als solcher gilt in vielen Ländern bereits, wer positiv getestet wurde und gestorben ist. Würde man eine derart weite Definition auf Maskenträger übertragen, könnte man nahezu jeden seit Einführung der Maskenpflicht Verstorbenen als „Maskenopfer“ bezeichnen, da nahezu jeder von ihnen irgendwann eine Atemschutzmaske getragen haben wird. Dann hätte man eine gigantische Anzahl von „im Zusammenhang mit Atemschutzmasken Gestorbenen“, darunter auch alle verstorbenen Kinder über sechs Jahren, die irgendwann und irgendwo eine Maske tragen mussten. „Tödlicher Maskenzwang“ müsste die Schlagzeile in der Presse dann lauten. Wenn Corona-Alarmisten konsistent argumentieren wollen würden, müssten sie bei der Bestimmung von Todesursachen gleiche Maßstäbe anlegen. Das vermeiden sie allerdings um jeden Preis.

Die Annahme, dass einige Kinder infolge der Maskenpficht ihr Leben lassen müssen, halte ich für trivial plausibel. Sie wäre für sich genommen aber gar kein triftiger Einwand. Denn die Gesellschaft nimmt ein gewisses Sterberisko von Kindern generell in Kauf. Es wird ja nicht der gesamte Straßenverkehr verboten, weil Kinder bei Verkehrsunfällen umkommen. Auch werden Spielplätze nicht abgeschafft, weil darauf bisweilen Kinder verunglücken, Leitern nicht verboten, weil eine ganze Menge Menschen herunterfallen und versterben. Und auch Herdplatten erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit, obwohl die Dichterin Ingeborg Bachman im Rausch mit dem Kopf auf einer heißen Herdplatte zu liegen kam, liegen blieb und starb. Man trifft eben Sicherheitsvorkehrungen, lässt Leitern und Herplatten prüfen und zertifizieren. Das Sterberisiko wird ins Verhältnis zum Nutzen der jeweiligen Praxis und zu anderen Risiken gesetzt.

Wie hoch das Sterberisiko für Kinder bei allgemeiner Maskenpflicht sein mag, die über viele Jahre besteht, ist unbekannt. Was man aber anhand valider Daten klar sagen kann, ist, dass nicht vorerkrankte Kinder so gut wie kein Risiko haben, an Covid-19 schwer zu erkranken oder gar zu sterben. Auch stecken sie das Lehrpersonal kaum an. Ebenfalls vollommen klar ist, dass bislang wissenschaftlich valide Belege für den Nutzen von Alltagsmasken fehlen. Letztere können das Infektionstionsrisiko sogar erhöhen.

Schlussfolgerung: Es gibt keinerlei rationale Begründung, hier auch nur ein minimales Gesundheits- und Sterberisiko hinzunehmen. Der Hoheitsträger, der Kindern wider besseres Wissen Masken aufzwingt, handelt in meinen Augen nicht nur rechtswirdrig, sondern verbrecherisch. Eltern sollten bei ihren Kindern mehr Angst vor den Masken als vor Covid haben.

Im Piranha-Becken

Wie man sieht, habe ich zu diesem Thema eine durchdachte, argumentativ gut gestützte Auffassung. Man kann über alles diskutieren, so lange es im fairen Rahmen stattfindet. Ich besitze kein Patent aufs Rechthaben. Doch die sozialen Netzwerke sind kein geeigneter Ort für rationale Diskussionen (mehr), sondern hauptsächlich Vernichtungsmaschinen und Rufmordfabriken. Ich habe einen Twitter-Account, der leise vor sich hindümpelt. Follower sind in nur zweistelliger Anzahl vorhanden. Die meisten sind Restbestände aus der Gruppe von Landwirten, mit denen ich freundschaftlichen Kontakt gepflegt habe, bis fast alle von ihnen wegen Corona vollkommen durchgedreht sind.

Kurz nachdem ich obigen Tweet veröffentlicht hatte, polterte mich ein mir unbekannter Landwirt böse an: „Nein, das ist Schwachsinn, der auf Fake News beruht“. Er meinte damit die konkrete Behauptung, in Schweinfurt sei ein Kind wegen der Maske gestorben. In meinem Tweet hatte ich aber lediglich zu bedenken gegeben, dass die Annhame, Kinder könnten wegen der Maske sterben, keineswegs abwegig ist. Man kann einen konkreten Verdacht also nicht wegen offenkundiger Absurdität von vornherein abweisen.

Es ist mir klar, dass die wenigsten Menschen einen Sinn für präzise Argumentationen haben, weil sie nur in Assoziationen denken. Insofern wunderte es mich auch nicht, dass der Landwirt Dr. Schiffmann als „heulenden Covidioten“ bezeichnete und mir – quasi als privater Vollzugsbeamter der Staatsgewalt – eine Warnung in meinen Account schrieb:

Nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass eine Fake-News-Warnung der Polizei und der „Recherchenetzwerke“ für mich keine hinreichenden Widerlegungen seien, meinte er, ich würde alles glauben, was im Internet steht. Gewiss doch. Eine andere Dame, die behauptete „das studiert“ zu haben, war entrüstet, wie ich überhaupt so etwas Absurdes posten könne, schließlich seien Masken keine Plastiktüten. Als ich ihr gegenüber andeutete, was ich oben in diesem Beitrag geschrieben habe, entgegnete sie: Dann sollen die Kinder eben die Masken rechtzeitig abnehmen. Ich antwortete, dass dieser Einwand überaus töricht sei. Obwohl sie offenbar irgend etwas studiert hat, war sie nicht in der Lage zu registrieren, dass Kinder ihre Masken eben nicht einfach abnehmen dürfen. Sie schien auch nichts zu wissen vom immensen sozialen Druck, der auf den Kindern lastet. Kinder sind sehr empfänglich dafür, vor allem, wenn der Druck aus der Eigengruppe kommt. Sie dürften daher dazu neigen, Masken auch dann nicht abzunehmen, wenn sie ernste Probleme bekommen. Das Erschreckende daran ist, dass man so etwas erwachsenen, studierten Leuten überhaupt erklären muss.

Im Folgenden bekam ich mit beunruhigender Häufigkeit und zunehmender Geschwindigkeit Schmähungen der üblichen Art von wildfremden Leuten serviert: Verschwörungstheorie, Reptilienmensch, Aluhut, höhö, haha …das ganze Programm. Eine einzige Person brachte noch so etwas Ähnliches wie ein Argument vor, nämlich dass „niemand an Masken“ sterben würde, sonst wäre ja das OP-Personal in Kliniken schon am ersten Tag ihres Dienstes tot. Auch dieses „Argument“ ist äußerst töricht, denn 1. könnte es sein, dass einige Menschen aus dem medizinischen Personal tatsächlich aufgrund der Maske gestorben sind, und 2. ist der Schluss von diesem Personal auf alle Menschen selbstverständlich unzulässig. Einmal abgesehen davon, dass er auch noch die Bedingung „am ersten Tag“ eingefügt hat, was man nicht anders als „dämlich“ nennen kann. Der Mann ist übrigens ebenfalls Akademiker. Wie er mit diesen Logikfähigkeiten die Schule gemeistert hat, ist mir ein Rätsel.

Es bahnte sich ein manifester Shitstorm an, ich zog daraufhin die Notbremse und lösche den Beitrag sowie das Schiffmann-Video. Die Beteiligten triumphierten und meinten, sie hätten mich mit den eigenen Waffen geschlagen. Ich schrieb, dass mich ihre Argumente überzeugt hätten. Meine Ironie wurde zum Glück nicht erkannt.

Hier ein paar Screenshots:

So sieht der Kampf gegen Fake News aus. Er unterscheidet sich in nichts vom Verhalten einer rüpelhaften Rotte, die eine Veranstaltung stört, dort herumgrölt und herumfeixt, den Leuten Bierkrüge aufsetzt, sie aufzieht und verspottet. Wenn sie damit die Teilnehmer erfolgreich vertrieben hat, triumphiert sie, die Vernunft habe gesiegt.

Fazit: Der Maskenfetischismus der letzten Monate ist nun endgültig ins Stadium des Maskenfaschismus übergegangen.