Jan und Klaas und Storm und Shit

Wenn ich das aktuelle Twitter-Foto von Jan Böhmermann anschaue, gehe ich davon aus, dass sich nach wie vor mit einem Vollbart schmückt. Er schmückt sich zugleich auch damit, Menschen an den Pranger zu stellen, die Kritik an der Coronapolitik der Regierung äußern. Gegen jeden, der Einwände hat, schicken Medien-Feldmarschälle wie er die ganze Armee von derzeit 83.000 Covid-Toten in den Vernichtungsfeldzug. Wer die Maßnahmen nicht einhalte, sei schuld am „qualvollen Erstickungstod“ der Opfer. Und selbstverständlich kommen aus dieser Perspektive die hohen Zahlen nur deshalb zustande, weil es so viele Ungehorsame gibt, die sie aus eigensüchtigen Motiven missachten.

Dann schauen wir einmal auf den letzten Absatz dieses Warnhinweises einer FFP-2 Maske:

Sehe ich das richtig? Herr Böhmermann verhindert mit seiner Barttracht, dass er die doch so wichtige FFP-2-Maske korrekt anwenden kann, sorgt also dafür, dass sie unwirksam wird. Aus reiner Eitelkeit ist er – in der Logik von Coronafanatikern – schuld am qualvollen Erstickungstod von Menschen! Warum gibt es gegen ihn keinen Shitstorm? Diese öffentlich zur Schau getragene Missachtung der Opfer ist zynisch und menschenverachtend.

Warum gibt es keine Kampagne gegen Hipster oder die vielen bärtigen Mitbürger mit Migrationshintergrund? Immerhin ist der Rauschebart in diesen Gruppen groß in Mode. Warum tritt Herr Wieler nicht vor die Presse und beklagt, dass es vor allem die Unrasierten im Lande sind, die das Infektionsgeschehen antreiben? Was ist mit den regierungstreuen Corona-Campaignern Klaas Heufer-Unterlauf oder Joko Winterscheidt? Auch wenn letzterer ohnehin ziemlich spärlichen Bartwuchs hat, scheint er gerade deswegen in seine paar Gesichtshaare so verliebt zu sein, dass er den qualvollen Erstickungstod von Menschen in Kauf nimmt. Pfui! Shame on you! Nehmt euch mal ein Beispiel an Dietrich Brüggemann! Oder Mario Sixtus. Warum organisiert der eigentlich keine Shitstorms gegen seine bärtigen Kumpels? Dann würden sie sich vielleicht alle gegenseitig von der Bildfläche shitsormen. Motto: Jan und Hein und Klaas und Pit – die haben Bärte, die stormen Shit.

Veröffentlicht unter Corona

Cui bono? Nie gehört!

Die Klugen im Lande halten Kritiker der Corona-Maßnahmen, die auf unlautere Motive der Beteiligten hinweisen, für dumm. Was sollen denn bitteschön die Verantwortlichen davon haben, Maßnahmen zu ergreifen, die den Bürgern schaden, lautet die rhetorische Frage.

Was sollen Menschen davon haben, anderen zu schaden, sie auszubeuten, sie zu beherrschen, sie umzubringen? Was sollen Menschen von Verbrechen haben? Sie wissen doch, dass sie dafür bestraft werden können. Das ist ja wohl eine Verschwörungstheorie der Rechten! Verbrechen gibt es gar nicht. Und Menschen, die anderen zum eigenen Vorteil bewusst schaden oder deren Schaden billigend in Kauf nehmen, gibt es auch nicht. Jedenfalls nicht hier, sondern dort, bei denen da, bei den Leugnern. Willst du das etwa leugnen?

So sind sie, die Klugen im Lande.

Kleiner Tipp für alle, die ernsthaft nach Motiven fragen: Versuchen Sie es mit dem Offensichtlichen, mit Geld, Macht, purer Lust am Quälen. Ersetzen Sie bei der Frage, warum nutzlose und zugleich schädliche Maßnahmen ergriffen werden, das obwohl durch ein weil. Dann haben Sie‘s.

Veröffentlicht unter Corona

Diagnose Hirntod

Dietrich Brüggeman, Regisseur der Aktion Allesdichtmachen, sieht sich allerlei Anfeindungen ausgesetzt, unter anderem von einer Ärztin namens Carola Holzner („Doc Caro“), die eine Gegeninitiative organisiert hat. Sie fordert Brüggemann auf, eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation zu machen.

Was könnte für die Ärztin argumentativ herausspringen, wenn Brüggemann dem Vorschlag folgen würde? Antwort: gar nichts. Auf einer Intensivstation würde er schwerkranke Patienten vorfinden. Die Station könnte besonders voll sein oder auch nicht. Ein Teil der Patienten wird möglicherweise die Diagonse „Covid-19“ bekommen haben, von dem wiederum ein Teil anwesend sein könnte, der (invasiv) beatmet wird. Das alles dürfte Brüggemann aber schon bekannt sein. Was könnte er dort sonst noch sehen? Pflegekräfte, die sehr strenge Hygieneregeln befolgen; die mit Schutzanzügen, Masken und dergleichen ihren Dienst versehen müssen. Vielleicht sieht er das Personal „am Limit“, vielleicht auch nicht. Mehr ist im Groben aus eigener Anschauung nicht zu erkennen, sofern man unvoreingenommen ist.

Holzner scheint aber zu glauben, dass eine Schicht auf einer Intensivstation Brüggemann irgend etwas über den Kausalzusammenhang zwischen der Situation auf Intensivstationen einerseits und Nichtpharmazeutischen Interventionen andereseits lehrt. Das ist aber nicht der Fall, siehe zum Beispiel hier und hier.

Will man etwas über die Gesamtsituation aussagen, hat man es mit aggregierten Größen zu tun. Man braucht Daten, die mit präzisen Messmethoden ohne kognitive Verzerrungen generiert werden. Ferner benötigt man das gedankliche Rüstzeug, um solche Daten in korrekte Verbindung mit den eigenen Annahmen zu bringen (Alternativhypothese vs. Nullhypothese).

Die Daten zeigen aber keine außergewöhnlich angespannte Situation und erst recht keinen Zusammenhang mit den Maßnahmen.

Im Jahr 2020 waren im Schnitt gerade mal vier Prozent der Intensivbetten mit Coronapatienten belegt. Im letzten Jahr wurden die Kapazitäten zu keinem Zeitpunkt durch Corona an ihre Grenzen gebracht. Aber gezetert wurde damals schon genauso wie heute.

Es wäre überdies leicht, einen Zusammenhang zwischen Covidpatienten- und Todeszahlen auf der einen Seite und Überdiagnosen, Übermedikation, Überbehandlung, Überlastung des Personals durch spezielle Hygienemaßnahmen (einschließlich Quarantäne) sowie finanziellen Anreizen für Kliniken auf der anderen Seite herzustellen. „Zu viele Tests vorzunehmen, ist sehr schädlich, weil das zu Überbehandlungen führen kann“, stellt der Medizinwissenschaftler Peter C. Gotzsche lapidar fest. Das exzessive Testen auf Covid in den Kliniken erhöht also schon als solches die Wahrscheinlichkeit von Überbehandlungen. Das „Verschwinden“ der Influenza auch in Ländern ohne strenge Maßnahmen weist zudem auf schlichte Umetikettierung der Diagnosen hin.

Ich habe selbst in der Krankenpflege gearbeitet, und was soll ich Ihnen sagen? Da gab es tatsächlich auf Intensivstationen Grippepatienten, die beatmet wurden, darunter auch ziemlich junge.

Auf unserer Inneren Station lagen schon vor über dreißig Jahren Patienten auf den Gängen. Es gab ein Behandlungszimmer, das kaum als solches genutzt wurde, weil dort fast immer bis zu drei Patienten in Krankenbetten lagen, und zwar vor allem die Sterbekandidaten.

Bestünden nun finanzielle Anreize, Influenza statt Covid zu diagnostizieren, würde aller Voraussicht nach Covid statt Influenza weitgeghend verschwinden. Kliniken müssen wirtschaftlich arbeiten, also tun sie es auch. Genauso richten sie die Anzahl der verfügbaren Betten nach diesen Anreizen. Leere Intensivbetten sind nur lukrativ, wenn es Prämien darauf gibt. Anstonsten sieht man zu, dass die voll sind.

Wenn nun zum Beispiel mit schrillem Gestus betont wird, wie viele Covid-Patienten invasiv beatmet werden müssen, stellt sich erstens die Frage, wie eine solche Diagnose zustande gekommen ist, und zweitens, ob die Patienten tatsächlich invasiv beatmet werden müssen, oder ob es nicht einfach gemacht wird. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sagte zu diesem Thema vor einem Jahr:

Mit künstlicher Beatmung wird richtig viel Geld gemacht. Das ist ein Fehlanreiz des Fallpauschalensystems. Viele Kliniken reizen die Beatmungsmöglichkeiten aus. Aber man kann man da nicht schwarz-weiß denken. Wir stehen in der Corona-Krise relativ gut da, weil wir diese Fehlanreize zugelassen und heute viele Beatmungsbetten haben. Das ist pervers, aber das ist so.

Die damalige Schlussfolgerung Wasems kann heute allerdings nicht mehr gelten, da sich die frühe invasive Beatmung bei vielen Covid-Patienten offenkundig als Behandlungsfehler erwiesen hat. Das Perverse daran ist, dass er sich rechnet und – weil kontraproduktiv – zugleich die Covid-Todeszahlen nach oben treibt. Das alte Problem: Ein Arzt, der die Patienten zu Tode überbehandelt, kann immer behaupten, er habe alles getan, was in seiner Macht stand. Und genau nach diesem Muster funktioniert auch die Rechtfertigung für Lockdowns, Masken- und Impfpflicht: kein valider Nachweis der Wirkung, dafür aber massive Kollateralschäden, die man wiederum dem Virus selbst anlastet. Dieser Zirkel hat sich längst zum alles vernichtenden Strudel entwickelt. Denn die Nichtpharmazeutischen Maßnahmen sind das Übel, als dessen Heilung es präsentiert wird.

Auf einer Schicht in einer stark beanspruchten Station könnte Brüggemann also durchaus „mit eigenen Augen sehen“, was die Corona-Hysterie zusammen mit diversen Fehlanreizen anrichtet. Er interpretiert dann das, was er sieht, im Lichte einer anderen Grundannahme als die Ärztin. Die Grundannahme selbst wiederum kann durch diese Anschauung nicht rational widerlegt oder bestätigt werden.

Was ganz sicher entbehrlich ist, sind Anekdoten der Marke: „Ich bin Ärztin, lassen Sie mich durch!“ Warum sollte Holzners Wort mehr Gewicht haben als zum Beispiel das einer Pflegerin, welche sagt, die Menschen werden getäuscht und belogen? Oder das eines Rettungssanitäters, der sagt, dass er und viele seiner Kollegen von einer drohenden Überlastung nichts mitbekommen. Zitat:

Angespannt wurde die (sowieso seit Jahren prekäre) Personalsituation seit der Corona-Pandemie höchstens dadurch, dass immer wieder Kolleginnen und Kollegen für Wochen quarantänebedingt ausfielen – oft sogar trotz negativer Testergebnisse nach „bestätigtem Kontakt“ im Dienst.

Brüggemann könnte einfach im DIVI-Register nachschauen, welche Intensivstation in Deutschland zur Zeit am wenigsten ausgelastet ist bzw. die wenigsten Covid-Fälle hat, sich dort hinbegeben und nachher verkünden: nichts los auf deutschen Intensivstationen!

Die Aktion Allesdichtmachen stellt auf gekonnte Weise den Sinn der strengen Anticoronamaßnahmen infrage und verweist implizit auf die negativen Folgen derselben. Die Schäden jener Maßnahmen sind schwer abzustreiten. Man kann die Frage, ob Nutzen oder Schaden überwiegen, nicht nach einer Schicht auf einer Intensivstation klären. Die Einwände von „Doc Caro“ verpuffen im geistigen Nirwana. Sie begreift offenbar nicht, dass sie in ihren Einlassungen einfach voraussetzt, was sie zu beweisen glaubt (petitio principii), nämlich, dass die Maßnahmen in gewünschter Weise wirken.

Die Beweiskraft ihrer Aussagen wird auch nicht dadurch größer, dass so viele mit diesem Denkfehler operieren. Überall wird nur mit einem befürchteten Kollaps argumentiert. Befürchtungen und Modelle sind aber nun einmal keine Daten und haben somit null Evidenz. Trotzdem bettelte etwa der Direktor des DIVI, Professor Marx, öffentlich darum, dass die Abgeordneten bitte bitte der jüngsten Änderung des Infektionsschutzgesetzes zustimmen mögen, damit die Fallzahlen im Griff gehalten werden können. Als ob das eine mit dem anderen auch nur das Geringste zu tun hätte! Ich kann mir schwer vorstellen, dass Marx es nicht besser weiß. Ich vermute, er ist schlicht … sagen wir … der Regierung sehr zugetan.

Kurz und gut: Ob Brüggemann eine Schicht fährt oder nicht, trägt zur Klärung der Sache nichts bei. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wer nicht nur eine Schicht, sondern längere Zeit mit Schwerkranken und Sterbenden im Hospital arbeitet, wird feststellen, wie normal das alles ist – einschließlich des Pflegenotstands und temporär überfüllter Stationen.

Was mich persönlich betrifft: Würde ich in der Notaufnahme als Patient dieser “Doc Caro“ begegnen, wäre ich spontan geheilt und würde Fersengeld geben, bevor sie mich für ihre Selbstdarstellungszwecke missbraucht.

Veröffentlicht unter Corona

Man verfasst es nicht!

Mit dem gestern verkündeten Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nun auch mit höchstrichterlichem Segen zusammengewachsen, was von Beginn an zusammengehört: Corona- und Klimawahn.

Am 18. März 2020 kommentierte ich den bevorstehenden ersten Lockdown bei Facebook folgendermaßen:

Immerhin kann man sich nun schon mal an den kommenden totalen Klimanotstand gewöhnen.

Zur selben Zeit frohlockten viele meiner FB-Landwirtsfreunde in ihrer grenzenlosen Einfalt, dass sich die Menschen angesichts der Pandemie endlich darauf besinnen würden, was wirklich wichtig sei, nämlich eine funktionierende Landwirtschaft. Jetzt endlich, so meinten sie, würden Landwirte wieder von der „Gesellschaft“ wertgeschätzt werden. Und wenn sie nicht gestorben sind, treckern sie noch heute nach Berlin, wollen auf ihre Anliegen aufmerksam machen, fordern Akzeptanz, bieten irgendwelche Dialoge an, doch niemanden interessiert es. Auf Akzeptanz können sie so lange warten wie auf Godot. Denn es gilt in der öffentlichen Meinung als wissenschaftlich erwiesen, dass konventionelle Landwirte Pflanzenmörder, Tiermörder, Planeten- und Klimakiller sind. Follow the Science – frag Greta, die Unfehlbare!

Während wohl nicht nur Landwirte vor sich hin träumten, dass dem Ökokatastrophismus nun der Wind aus den Segeln genommen werde, bekam er in Wirklichkeit durch Corona starken Rückenwind. Die üblichen Verdächtigen – unter anderem Precht, Welzer, Lesch – verkündeten schon damals, dass der Klimawandel viel schlimmer sei als die Pandemie und obendrein noch deren Verursacher. Am 25. März 2020 postete ich:

Klimaforscher Rahmstorf dreht auf Scilog mal wieder frei und wettert jetzt gegen die „Cornonaleugner“, die den „Klimaleugnern“ aufs Haar glichen. Und Leugner sind bekanntlich alle, die Rahmstorf widersprechen. Die Wissenschaft muss wirklich todkrank sein, dass sie Leute wie ihn nicht einfach abhustet.

Inzwischen ist die Wissenschaft nicht nur todkrank, sondern an und mit Corona verstorben. Genau wie die Judikative. Beide Untote vereinen sich, um den Klimazombies freies Geleit für den Great Reset zu geben. Das Bundesverfassungsgericht schreibt:

Die Möglichkeiten, von dieser Freiheit in einer Weise Gebrauch zu machen, die direkt oder indirekt mit CO2-Emissionen verbunden ist, stoßen an verfassungsrechtliche Grenzen, weil CO2-Emissionen nach derzeitigem Stand weitestgehend irreversibel zur Erwärmung der Erde beitragen, der Gesetzgeber einen ad infinitum fortschreitenden Klimawandel aber von Verfassungs wegen nicht tatenlos hinnehmen darf.

Man sieht, worauf es ankommt. Die Nöte der Menschen, die derzeit auf dem Planeten herumlaufen, sind vollkommen einerlei. An verfassungsrechtliche Grenzen stößt nicht etwa die ruinöse Coronapolitik, sondern alle „Freiheit“, die „direkt und indirekt“ mit CO-2-Emissionen „verbunden ist“. Die eklatanten Verfassungsbrüche sowie der ad infinitum fortschreitende Totalitarismus können tatenlos hingenommen werden. Aber wehe, ein Klimawandel erlaubt sich, ad infinitum fortzuschreiten! Dann schreiten die Aluhüter der Verfassung beherzt ein. Ich sehe sie vor mir, die wackeren Richter, wie sie in roten Roben in der Gegend herumstehen, ihre zornigen Blicke gen Himmel richten und dem Klimawandel ein trotziges „mit uns nicht!“ entgegenschleudern, während alle anderen im ewigen Lockdown verschmachten.

Muss man die Richter mit Dirk Maxeiner tatsächlich darauf aufmerksam machen, dass alles Leben mit CO-2-Emissionen verbunden ist? Nein, das muss man nicht. Denn der Klima-Katastrophismus ist ein nur schlecht getarnter Todeskult – genau wie der Coronawahn. Dem Leben und allem, was es lebenswert macht, wird der Garaus gemacht, indem man vorgibt, im Interesse von Generationen zu handeln, die so nachfolgend sind, dass sie ihren selbsternannten Schützern nicht mehr aufs Dach steigen können. Das Ganze ist ein so leicht durchschaubares Konstrukt, um absolute Herrschaft zu erlangen, dass Historiker in ferner Zukunft keinerlei Probleme haben werden zu erkennen, wer die Menschen mit welchen Mitteln in ein Zeitalter des Schreckens, des Mangels, des Hungers geführt hat.

Man sieht hier ganz klar, was Michael Esfeld anlässlich der Coronapolitik sehr eindringlich kritsiert hat.

Statt fundierter Wissenschaft erleben wir aktuell ein Wiedererstarken des Szientismus und seines politischen Gebrauchs – der Idee, dass es ein naturwissenschaftliches Wissen gibt, das auch den Menschen und alle Aspekte unserer Existenz umfasst, und dass sich die Gesellschaft gemäss diesem Wissen planen und gestalten lässt.

Im Urteil wird suggeriert, dass die Wissenschaft ein bestimmtes politisches Handeln erzwingt. Das kann sie aber gerade nicht, da sie ihrem Anspruch nach wertfrei, mehrstimmig und mehrschichtig ist. Ihr „Stand“ ist nicht in Zement gemeißelt, sondern kann jederzeit dahinbröckeln oder plötzlich zu Staub zerfallen. Wenn aber alternative Paradigmen mit dem Hinweis auf vermeintlich gesellschaftliche Notstände als „unwissenschaftlich“ ausgeschlossen werden, ist die Wissenschaft so tot wie die Freiheit hinter Gittern.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Treibhausgas-Emissionen der Menschen auf Dauer unterm Strich negative Auswirkungen auf die Menschheit haben, ist damit noch lange nicht vorgegeben, wie man dieses Problem löst. Keineswegs folgt daraus zwingend, eine direkte THG-Minderungspolitik zu betreiben. Der Schuss kann nämlich auch nach hinten losgehen. Das Verfassungsgericht schreibt diese Politik aber implizit fest, heißt sogar gravierende Einschränkungen der individuellen Freiheit gut. Und das alles unter Berufung auf ein ominöses THG-Budget, das der Menschheit noch zur Verfügung stehe, um die Katastrophe abzuwenden, sowie auf eine sehr abstrakte Gefahr von „Kipp-Punkten“. Die Realität dieser Kipp-Punkte ist nicht sehr gut belegt, und was die Zukunft angeht, hat etwa der angesehene Klimaforscher Jochem Marotzke auf die Frage, welcher Kipp-Punkt ihm Angst mache, geantwortet: keiner. Die Befürchtung, es könne zu einem irreversiblen Kipp-Punkt kommen, beruht keineswegs auf „Settled Science“. Sie ist vor allem das Steckenpferd des einflussreichen Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber, seiner Freunde vom Potsdam-Institut PIK sowie von diversen Marionetten wie Rezo oder Greta.

Die faktische Aushebelung des Rechtsstaats wird mit falliblen Konstrukten und bloßen Befürchtungen begründet, über die in einer funktionierenden Wissenschaft gar keine Eingkeit herrschen kann. Man nimmt zum Größenwahn neigende Protagonisten ernst, die genau zu wissen vorgeben, wie viel THG wir noch verbrauchen dürfen; die zu wissen meinen, dass das Klima kippt, wenn wir so weitermachen. Doch das Verfassungsgericht könnte auch zur Kenntnis nehmen, dass Wissenschaftler keine besseren Prognostiker sind als Kleinkinder oder Schimpansen. Bedenkt man, dass zu Ökopropheten mutierte Wissenschaftler mit ihren Horrorprognosen immer weit danaben lagen, ist überhaupt nicht einzusehen, warum man ausgerechnet den derzeitig aktiven Protagonisten Glauben schenken soll.

Immer wenn die Wissenschaft sich zur Politik aufgeschwungen und klare Handlungsanweisungen gegeben hat, kam es zur gesellschaftlichen Katastrophe. Das beste Beispiel ist die Eugenik. Diese Parallele vermag das Gericht jedoch nicht zu erkennen. Es ist viel zu sehr mit den zukünftigen Generationen befasst, um Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Ein Verfassungsgericht, das die Grundrechte aller derzeit lebenden Bürger links liegen lässt und sich stattdessen zum besorgten Hüter nicht existierender Menschen, Tiere, Pflanzen aufschwingt, hat irgend etwas an seiner Funktion falsch verstanden. Die Baerböcke im Land scharren schon mit den Hufen.

Rette sich, wer kann!

Gut erklärt

Nur seine Hoffnung, dass die Richter des Verfassunsgericht das kapieren bzw. berücksichtigen, dürfte trügen.

Veröffentlicht unter Corona