Nationale Tragweite

Schöne grafische Darstellung der epidemischen Lage nationaler Tragweite von der Corona-Initiative des Deutschen Mittelstands:

in Groß

Was kann man noch tun, damit die Menschen endlich begreifen, wie absurd und verfassungswidrig die Corona-Politik der Bundesregierung ist? Demonstrieren kann man ja kaum noch, weil die Judikative ein Totalausfall ist und Verbote mit haarsträubender Ignoranz für rechtens erklärt. Wo wird das alles enden?

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Perlen des Coronawahns

Paul Schreyer zeigt in seinem Buch Chronik einer angekündigten Krise unter anderem, dass sich aus zahlreichen Pandemie-Übungen mit hochkarätigen Spitzenbeamten, Politikern, Wirtschaftsvertretern, PR-Fachleuten erklären lässt, warum die Staaten auf Corona so einheitlich reagiert haben. In solchen Übungen wurde auch ausführlich das Thema PR thematisiert. Beim Event 201 einigte man sich zum Beispiel darauf, „Falschinformationen“ den Kampf anzusagen. Schreyer zitiert (S.85) aus diesem Dokument:

Dazu muss die Fähigkeit entwickelt werden, die Medien mit schnellen, genauen und konsistenten Informationen zu fluten. (…) Die Medienunternehmen ihrerseits sollen sich verpflichten, dafür zu sorgen, dass amtlichen Botschaften Vorrang eingeräumt wird und dass falsche Botschaften unterdrückt werden, auch mit Hilfe von Technologie.

Dabei solle ein zentralisierter Ansatz verfolgt werden. Es reiche nicht aus, die Menschen bloß zu informieren, sondern man müsse auch Anreize schaffen, damit die Menschen ihr Verhalten in gewünschter Weise ändern (vgl. ebd.)

In diesem Geiste ist dann wohl beispielsweise das Strategiepapier des deutschen Innenministeriums verfasst worden, in welchem der Anreiz für Kinder darin besteht, sich Oma und Opa beim qualvollen Erstickungstod vorzustellen, an welchem ihre Enkel schuld seien. Auch die umfangreiche Quasi-Zensur von Youtube, Facebook und Co. wird dadurch leicht verständlich.

Das mit dem „Fluten“ ist mir sehr aufgefallen, als ich noch einen Facebook-Account hatte. Ohne Kenntnis oben erwähnter Strategien wunderte ich mich ab März doch sehr, dass viele meiner FB-Freunde mit identischen Geschichten von qualvoll an Covid sterbenden Bekannten aufwarteten. Am 8. April machte ich mich darüber auf folgende Weise lustig:

Evidenzbasierte Argumentation in Zeiten von Corona: „Mein Schwippschwager in X hat von jemandem in Y gehört, der einen Menschen kannte, der in Z ohne Vorerkrankungen im zarten Alter von xyz Jahren an Corona gestorben ist. Willst du das etwa leugnen????!!!!!“

Mir kam damals sofort das Büchlein Die Spinne in der Yucca-Palme. Sagenhafte Geschichten von heute in den Sinn. „Absolut wahre“ Geschichten, und natürlich alle selbst erlebt. Darüber hinaus teilten meine FB-Freunde dieselben Sprüche, Weisheiten und Gleichnisse, deren Herkunft unbekannt blieb und stets die nämliche Botschaft vermittelten: Alle, die Zweifel am Sinn der Coronamaßnahmen haben, sind verantwortungslose Covidioten und Schuld am qualvollen Tod von Menschen.

Selbstverständlich waren nicht alle Geschichten erfunden oder phantasiert. Eine virale Atemwegserkrankung, die jemanden voll trifft, ist alles andere als harmlos und kann zum Tode führen. Doch die Menge solcher Geschichten und die gebetsmühlenhafte Argumentation mit solchen Fällen hatte keine Entsprechung in den Daten. Und nur auf diese kommt es nun einmal an. Dieselben Leute, die nun den Covid-Tod von angeblichen Bekannten als Grund für Lockdown und Co. verwendeten, hätten noch ein Jahr zuvor den Influenza-Tod jener Personen mit einigen bedauernden Worten zu den Akten gelegt und wären zur Tagesordunung übergegangen.

Wenn ich mit solcher Penetranz bearbeitet werde, weiß ich mit ziemlicher Sicherheit, dass mir etwas aufgezwungen werden soll, was sich rational nicht begründen lässt. Ich schalte dann automatisch in den LmaA-Modus. Doch bei meinen FB-Freunden griff ein anderer Reflex, nämlich der pawlowsche, jegliche kritische Reflexion abzuschalten. Ich denke, sie waren Opfer bewusster Manipulation. Sie glaubten, einen heroischen Kampf gegen Fake News und Verschwörungstheorien zu führen. Es kam ihnen dabei aber niemals in den Sinn, dass dieser Glaube ebenfalls durch Manipulation erzeugt worden sein könnte.

Am 20. März ist mir auf Facebook zum Beispiel dieses emsig geteilte „Gedankenexperiment“ aufgefallen:

„Absolut richtig“ und „absolut wahr“, also dummes Zeug. Ich frage mich, von wem das „geklaut“ wurde. Auf Facebook ist es kinderleicht und sehr preiswert, mit Anzeigen im Prinzip die gesamte Communitiy zu erreichen. Wenn ich also soziale Netzwerke mit der Botschaft „fluten“ wollte, alle Coronaskeptiker seien verantwortungslose Dummköpfe, würde ich genau so etwas streuen (ich würde allerdings ein weniger angreifbares Gleichnis erfinden). Einfache Regel: Man gebe den Angesprochenen das Gefühl, klüger und moralisch höherstehender zu sein als andere, schon fressen sie einem aus der Hand.

Mein Kommentar dazu lautete am 20. März wie folgt:

Zu diesem „Gedankenexperiment“ mal eine kleine Variation: „Stell dir vor, du bist ein Jugendlicher im Alter von 10 bis 24 Jahren, und 10 von 100 Smarties sind tödlich. Würdest du auf gut Glück 90 der Smarties essen? Siehst du, deswegen wird auch der gesamte Straßenverkehr verboten, denn 10 Prozent deiner Altersgruppe sterben weltweit im Straßenverkehr. Und du findest das überzogen, du Dummerle! Weißt du eigentlich, dass deine Dummheit Menschenleben kostet! Ausgangssperre für euch alle! Jetzt.“

Es fehlt hier jegliche Bestimmung von Grundgesamtheit und Kohorten. Es fehlt ein angemessener Vergleich zu anderen Risiken. Die Sterblichkeitsrate kennt man in Wirklichkeit überhaupt nicht, und diese Ungewissheit müsste mit ins Kalkül. Das Problem bei Corona: „We are making desicions without reliable data“, sagt John Ioannidis. Und das bedeutet: Keiner blickt wirklich durch, manche müssen aber schwere Entscheidungen für das ganze Land treffen, wollen nicht als Buhmänner dastehen, neigen daher zum Aktionismus und geben sich sicherer, als sie sind. Wer mit Argumenten vor Panikmache warnt, verbreitet Fake News und Halbwahrheiten? Und was ist mit diesem und ähnlichem Zeug? Wo bleibt Correctiv hier? Not their business?

Aber das hätte ich besser Murpel, der Katze meiner Mutter erzählen sollen. Murpel hat immer zwei offene Öhrchen und hätte sicher zustimmend geschnurrt.

Murpel ist eine gute Zuhörerin.
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Debunking the Debunker

Wie schon dieses Beispiel zeigt, machen Debunker bisweilen keine gute Figur, wenn die Debunkten auf ihre Invektiven reagieren: Denis Rancourt nimmt seinen Kritiker, einen überaus flegelhaften Philosophen, ruhig und gelassen auseinander, sodass dieser am Ende nur noch schreien kann.

Das unten eingebettere Video zeigt, auf welch dünner Basis Corona-Alarmisten Kritiker als unwissenschaftlich und totale Idioten hinzustellen versuchen. Eine Dreiviertelstunde, die sich lohnt:

Bravo Ivor!

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Volksverpetzer, der Faktenschreck

„Volksverpetzer ist ein deutsches Weblog, das sich der Entlarvung von Falschmeldungen widmet und über die Hintergründe politischer und populistischer Narrative aufklären will“, heißt es auf Wikipedia. 2019 wurde Volksverpetzer von den Goldenen Bloggern als Blogger des Jahres ausgezeichnet. 2020 gab es gar den Augsburger Medienpreis in der Kategorie „Mut“. Warum auch nicht? Bald bekommt Greta den Friedensnobelpreis, Rezo wird Präsident der Akademie der Wissenschaften und Udo Lindenberg Wahrheitsminister.

Ein Wunder der Statistik

Am 24. April war der Volksverpetzer-Autor Thomas Laschyk so unerschrocken investigativ, dass er einen Artikel veröffentlichte, dessen Überschrift an die Schlagzeilen der BILD-Zeitung erinnerte: Diese Statistik widerlegt alle, die den Sonderweg Schwedens lobten. Das statistische Wunderwerk offenbarte sich den Gläubigen in folgender Grafik:

Ich war schon damals tief beeindruckt. Noch beeindruckter bin ich allerdings, wenn ich mir anschaue, wie diese Grafik heute aussieht:

Ups!

Stellt man auf den 23. April zurück, ergibt sich dieses Bild:

Hmm …

Wenn das nicht wie eine Widerlegung der Widerlegung aussieht! Dagegen hilft nur heftiges Herunterbeten aller Coronasuren und entschlossenes Vorgehen gegen alle, die den Namen des Propheten Drosten schänden.

Mit dem Wissen von damals

Man komme mir nicht mit dem „Wissen von heute“ und dem Einwand, hinterher sei man immer schlauer (der übrigens täglich widerlegt wird). Damals war ich noch bei Facebook, und besagter Artikel wurde von meinen „Freunden“ zustimmend geteilt. Deren Coronatrunkenheit am Tastatur-Steuer ging mir schon damals gewaltig auf die Nerven, also verfasste ich am 28. April einen kurzen Beitrag dazu, den ich hier wiedergebe:

Die „Volksverpetzer“ nun wieder!

1. Diese Statistik widerlegt nicht das Geringste.
2. Vor Schweden liegt in Europa nicht nur Belgien, sondern liegen auch Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande (alle mit Lockdown).
3. Neuseeland als Beispiel für die Wirksamkeit eines Lockdowns ist so gut wie Südkorea oder Japan als Beispiel für die Wirksamkeit eines Verzichts auf selbigen. Auch das beweist in Wirklichkeit nur, dass eine allgemeine Wirksamkeit des Lockdowns empirisch nicht belegbar ist.
4. Es kommt nicht nur auf die kurzfristigen Todeszahlen pro Einwohner an, sondern unter anderem darauf, ob diese das Gesundheitssystem zum Kollabieren bringen. Das ist nicht der Fall.
5. Es sei daran erinnert, dass es keine standardisierten Verfahren der Zählung gibt. Würden alle Länder dieselben Standards nutzten, könnte sich ein ganz anderes Bild ergeben. Es ist zum Beispiel bekannt, dass Belgien auch bloße Verdachtsfälle als Coronatote mitzählt, Norwegen ist hingegen sehr rigide bei der Zählung.
6. Schweden ist bisher weitsichtig und versucht, größere Kollateralschäden zu vermeiden.
7. Ist die Gesamtsterblichkeit am Ende des Jahres nicht oder nur unwesentlich erhöht und das Durchschnittsalter der Verstorbenen bei etwa 80 Jahren geblieben, was der normalen Lebenserwartung entspricht, haben die Schweden alles richtig gemacht.
8. Leute, die in sozialen Netzwerken ständig den Stuss von Volksverpetzer, Mimikama, Correctiv und anderen selbsternannten Faktencheckern verbreiten, brauchen sich nicht zu wundern, wenn der Lockdown ewig währt.

Der Artikel der Volksverpetzer ist geradezu kindisch voreingenommen. Laschyk schreibt am Schluss seines Beitrags: „Mit wenig vergleichbaren Zahlen und absichtlichen Falschinterpretationen und Zitaten Stimmung gegen Eindämmungsmaßnahmen zu machen, ist nicht besser als völliges Drauflosraten.“ Was glaubt denn der Autor, was er die ganze Zeit tut, außer mit wenig vergleichbaren Zahlen Stimmung für die Eindämmungsmaßnahmen zu machen? Jedem Unvoreingenommenen war schon damals klar, dass Lockdowns Nonsens sind. Ohne besondere Vorkenntnisse konnte man die in Punkt 3 und 5 erwähnten Tatbestände leicht ermitteln bzw. die richtigen Schlüsse ziehen.

Wenn man Schweden gut aussehen lassen will, wählt man einfach schlechtere Vergleichsländer mit Lockdown aus:

Warum sollte das weniger aussagekräftig sein als die Auswahl, die Laschyk getroffen hat? What’s the point here? Der Vorwurf der Verzerrung und vor allem der Verkürzung trifft Volksverpetzer selbst, denn im Artikel findet sich keinerlei Hinweis darauf, was die harten epidemiologischen Kriterien sind, nämlich Gesamtsterblichkeit und Hospitalisierungsrate. Hier die relevanten Daten Schwedens auf einen Blick (Stand heute):

Rechts mitte: Patienten auf Intensivstationen. Rechts unten: Todesfälle pro Tag

Wie sieht es denn so mit der Gesamtsterblichkeit aus? Gut sieht es aus!

Alle Ziele wurden erreicht: Die Gesamtsterblichkeit ist nicht erhöht, die Kliniken waren zu keinem Zeitpunkt überlastet, das Medianalter der mit oder an Covid Verstorbenen liegt bei 84 Jahren, also über der Lebenserwartung.

Fazit

Die Corona-Statistik widerlegt alle, die den Sonderweg Schwedens tadeln. Wenn jemand einen Preis für Mut verdient hat, dann sind es der schwedische Chefepidemiologe und der schwedische Regierungschef. Mutig sind die Volksverpetzer nur in der Hinsicht, dass sie sich trauen, solche Artikel wie den hier besprochenen überhaupt zu veröffentlichen. Es ist tollkühn zu glauben, sie könnten andere über irgend etwas aufklären, obwohl sie nicht den Unterschied zwischen Tatsachen, Vermutungen, Wertungen, Prognosen kennen und nicht einmal die Grundlagen der Datenanalyse zu beherrschen zu scheinen. Aus meiner Kindheit kenne ich den Spruch Schön, stark und mutig: „Schön gegen die Wand gelaufen, stark abgeprallt und mutig wieder Anlauf genommen.“ Dafür gibt es dann Medienpreise. Mutige unter sich.

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