Hot Spot

Lothar Wieler ist Veterinär, hat sich aber bisher nicht um die Hotspots im Tierreich und um animalische Superspreader in Zoos gekümmert:

Unerhört!

Ich fordere die Maskenpflicht für Watussi-Rinder. Und was ist das hier bitte für eine Schlamperei?

Superspreader Rentier

Immerhin sind manche Rentiere lernfähig:

Rangniedere Tiere sind klar im Vorteil
Diese Hirsche bekommen ein Herzchen von Merkel persönlich.

Allerdings führt der Besuch beim Tierbarbier mit Maske zu ästhetischen Komplikationen:

Corona und die Folgen: Schwein wird zum Bartschwein

Das kann dem Chinesischen Maskenschwein nicht passieren, denn es ist bereits mit integrierter Maske geboren:

Fein raus ist das Murmeltier. Es wird sich bald in freiwillige Winterschlaf-Quarantäne begeben. Ich würde es ihm am liebsten gleichtun und möglichst nicht mehr aufwachen.

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Schattenparker

Zum Glück muss ich nicht mit der Kölner Straßenbahn fahren. Ich müsste dort nicht nur, wie üblich, eine medizinisch unnütze und gesundheitsschädliche Mundnasenbedeckung tragen, sondern mich auch noch von Gaby Köster oder Carolin Kebekus durch die Lautsprecher dumm anmachen lassen. Für diese Erniedrigung müsste ich sogar zahlen.

Durchsage Kebekus:

Wir in Köln sind keine Asis und tragen darum Masken, um uns gegenseitig zu schützen – auch in der KVB. Wenn man das nicht macht, ist das nicht nur asi, sondern das Ordnungsamt bekommt auch 150 Euro von euch. Und das ist doch scheiße.

Wer keine Maske trägt, ist also „asi“? „Asi“ bedeutet soviel wie „asozial“. Das Wiktionary nennt „Gesocks“ und „Gesindel“ als sinnverwandte Wörter. Weiter heißt es dort:

Ein Fall von Diskriminierung liegt vor, wenn man Sie einer marginalisierten Randgruppe zuordnet: «Du Asi», «Spast», «Hurensohn», «Politiker», «Kukidentler», «Pokemon» oder «Schattenparker».

Menschen, die jenen staatlich verordneten Nonsens nicht mit sich machen lassen, sind als „Maskenverweigerer“ inzwischen ganz sicher eine marginalisierte Randgruppe. Es liegt hier also ein Fall von Diskriminierung vor, welche sogar Menschen umfasst, die per Attest von der Maskenpflicht befreit sind. Aufgrund von Hass und Hetze ziehen sich „Maskenverweigerer“ immer weiter zurück. Sie erleben „eine stark reduzierte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufgrund von aversionsbedingtem MNS-Vermeidungsbestreben, sozialen Rückzug, herabgesetzte gesundheitliche Selbstfürsorge (…)“.

Im Unterschied zu anderen Formen der Diskriminierung in der Bundesrepublik wird die Diskriminierung von „Maskenverweigerern“ staatlich vorgeschrieben und mit massiver Propaganda verstärkt. Prominente spielen dabei eine sehr unrühmliche Rolle. Am schlimmsten sind diejenigen mit einer systemkritischen Aura. Sie lassen sich vor jeden Antidiskriminierungs-Karren spannen, solange sie damit nur Türen einrennen, die längst sperrangelweit offen stehen. Wenn es aber ans Eingemachte geht, mutieren sie bereitwillig zu Bütteln autoritärer Staatsgewalt.

Es wäre natürlich zuviel von ihnen verlangt, anhand der offiziellen Zahlen zu ermitteln, wie wahrscheinlich es ist, an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben. Wissenschaftliche Studien zu lesen oder gar zu beurteilen liegt ebenfalls weit jenseits ihrer kognitiven Möglichkeiten. Andere Menschen als Mitglieder einer inferioren Feindgruppe klassifizieren und angreifen können sie hingegen umso besser. Das kann auch jeder Schimpanse.

Und jeder Papagei kann nachplappern, was in Pressekommentaren wie Maskenverweigerer, ich verachte euch zutiefst vorgeplappert wird. Ich vermute, solche Kommentare sind die Informationsquellen von Kebekus und Co. Denn schon die Überschrift lockt sie damit, sich nach Lektüre des Textes als geistig und moralisch höherstehendes Exemplar der Gattung Mensch bestätigt zu fühlen. Im Fall von Kebekus liegt der Verdacht auch wegen der Bemerkung nahe, die am Ende des Artikels steht:

Ich unterstelle dem Autor Sebastian Leber kein besseres Wissen. Er ist sicher so authentisch eingeschränkt, dass er meint, was er schreibt: „Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse fahren viele Menschen immer noch ohne Maske Bahn. Es reicht!“ Leider teilt er nicht mit, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es denn sind, die den Sinn von Alltagsmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln erwiesen haben. Wie sollte er auch? Denn wissenschaftliche Erkenntnisse dieser Art existieren schlichtweg nicht. Zum Infektionsrisiko und zu Masken äußert sich der österreichische Infektiologe Professor Allerberger folgendermaßen: Das Risiko ist gering, Masken haben null Wirkung.

Die wissenschaftlichen Erkenntisse fasst Professor Ines Kappstein schon in der Überschrift ihrer gründlichen Untersuchung zusammen: Mund-Nasenschutz in der Öffentlichkeit: Keine Hinweise für eine Wirksamkeit. „Eine Maskenpflicht für viele Millionen Menschen im öffentlichen Raum“ kann laut Kappstein „sogar zu einem Infektionsrisiko werden, weil die erforderliche Händehygiene nicht eingehalten werden kann.“

Wäre der Kommentar also im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, müsste sich die Empörung des Autors gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln richten. Er müsste schreiben: „Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse müssen die Menschen immer noch mit Maske Bahn fahren. Es reicht!“ Doch er verachtet lieber zutiefst alle Menschen, die im Gegensatz zu ihm noch ihren Verstand beisammen haben. Und er hält es sogar für geboten, sie zu belästigen:

Vermutlich hilft da nur eines: die Verweigerer selbst anzusprechen und ihnen klarzumachen, dass sie sich schämen sollen. Dass Typen wie sie die Pandemie verlängern, teuer erkaufte Erfolge im Kampf gegen das Virus zunichte machen und Menschenleben gefährden. Dass sie niemals wissen werden, welche Infektionsketten sie losgetreten, welche Oma durch ihre Rücksichtslosigkeit auf dem Gewissen haben.

Weil man etwas niemals wissen wird, soll man sich schämen? Interessante Logik. A propos Logik: Der Rechtsanwalt Ralf Ludwig macht darauf aufmerksam, dass die Verordnungsgeber selbst das Risiko durch „Maskenverweigerer“ gering einzuschätzen scheinen, da bei Verstoß nur ein Bußgeld fällig wird. „Maskenverweigerung“ ist also lediglich eine Ordnungswidrigkeit und steht damit auf derselben Stufe wie Falschparken. Würden „Maskenverweigerer“ tatsächlich akut Menschenleben gefährden, müsste dies als Straftat geahndet werden.

Zum Glück gilt es bisher nicht als Straftat, sich dem verordneten Maskenirrsinn zu verweigern. Wenn aber Journalisten und Politiker öffentlich so weitergeifern und Prominente sich als Superspreader dieses Geifers betätigen, wird sich das wohl bald ändern. Unerträglich sind schon jetzt die Denunzianten und Blockwarte, die überall lauern. Wenn mir einer von ihnen blöde kommt, antworte ich, dass Masken gegen Corona so gut wirken wie gegen Faustschläge, und ermuntere ihn, letzteres einmal am eigenen Leib zu überprüfen, indem er sich selbst mit aller Kraft eins auf die Maske haut.

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Noch’n Preis

Ich musste damals erbittert auflachen, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft exklusiv für Christian Drosten einen immerhin mit 50.000 Euro dotierten einmaligen Sonderpreis „für außerordentliche Leistungen für Wissenschaft und Gesellschaft angesichts einer dramatischen Pandemieentwicklung“ geschaffen hatte. Es gab zwar nie eine dramatische Pandemieentwicklung, aber den Menschen eine solche erfolgreich vorzugaukeln, ist ja auch eine Leistung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft schreibt:

Drosten habe es geschafft, dass die Wissenschaft in der Öffentlichkeit innerhalb sehr kurzer Zeit als verlässlichste Orientierung für das Management der Krise wahrgenommen wird. Er erkläre den Menschen auf anschauliche, transparente und faktenbasierte Weise, was die Wissenschaft weiß, wie sie arbeitet und welche Unsicherheiten bestehen.

So weit das Märchen. Die Realität: Drosten erzählt dieses und jenes, liefert eine Fehlprognose nach der anderen und richtet sich dabei stets nach der Devise: „Drama, Baby, Drama!“ (Bruce Darnell). Deswegen hat er wahrscheinlich auch gleich den Grimmepreis in der Kategorie Bestes Drama gewonnen. Die Jury:

Das ‚Coronavirus-Update‘ demonstriert, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln kann – und erschließt ganz nebenbei neue Hörergruppen für das Medium Podcast

Seine gelungene Wissenschaftskommunikation besteht darin, sich öffentlich „große Sorgen“ zu machen, damit das Publikum vor Panik im Dreieck springt. Wenn er sagt, er wolle „den Teufel nicht an die Wand malen“, sind seine Fans schon so geil vor Angstlust, dass er danach erzählen kann, was er will. Zum Beispiel so etwas (vom Juni):

Die Gefahr einer Virus-Mutation ist nie gebannt. „Es kann sicherlich optimiert werden durch die Evolution – das macht mir schon ein bisschen Angst. Und wie das dann aussieht, ob es tödlicher wird – wir wissen es nicht“, stochert auch Drosten im Dunkeln: „Ich will auch nicht den Teufel an die Wand malen, aber man vermutet ja, dass so etwas auch bei der Spanischen Grippe 1918 passiert ist: dass das Virus gen Winter mutierte.“

Ich schrieb dazu in mein Corona-Tagebuch:

Man vermutet so dies und das. Wir wissen es nicht. Und weil wir das alles nicht wissen, dürfen wir auf keinen Fall zur „alten Normalität“ zurück. Drosten könnte auch zum Hyperdrosten mutieren. Das macht mir schon ein bisschen Angst. Man vermutet ja, dass eine harmlose Echse während der Honkong-Grippe zum Godzilla mutierte.

Hilfe, Drosten hat „Spanische Grippe“ gesagt!

Die Deutschen Forschungsgemeinschaft frohlockt indes:

Drosten korrigiere aber auch wissenschaftlich nicht belegte Thesen, kommuniziere die Grenzen seines eigenen Wissens und weise immer wieder darauf hin, dass zur Wissenschaft auch gehört, diese Grenzen ständig neu auszuloten und Gewissheiten zu revidieren.

Wissenschaftlich nicht belegt ist Drostens These, durch irgendwelche Maßnahmen seien Leben gerettet worden. Er behauptet aber nach wie vor, dass infolge der von ihm empfohlenen Maßnahmen 100.000 Menschen vor dem Tode bewahrt worden seien. Würde er diesen offenkundigen Unsinn korrigieren, wäre die Nichtigkeit seines Tuns offenbar. Auch seine These, Masken böten Schutz gegen grippeähnliche Viren, ist unbelegt. Aber Drosten korrigiert nichts, was die Menschen beruhigen und entlasten könnte. Er korrigiert nur die alte Normalität, in der Grundrechtseinschränkungen auf erwiesenen Tatbeständen beruhen müssen. Nun reicht das Gerede eines „Starvirologen“ aus, um den Rechtsstaat zu kassieren.

Wirklich ulkig ist Drostens Reaktion auf die Irritation aus, die seine Äußerungen zur Maskenpflicht bei aufmerksamen Menschen hervorrufen:

Wie Boris Reitschuster in seinem Beitrag dokumentiert, sagt Drosten in der Anhörung Folgendes:

Und es gibt einen anderen Punkt, den man nicht von der Hand weisen kann. Wir wissen nicht, ob nicht die Verwendung von Alltagsmasken in großer Verbreitungsweite, ob das nicht dazu führt, dass im Durchschnitt die erhaltene Virusdosis in einer Infektion geringer ist und dass im Durchschnitt des Krankheitsverlauf auch weniger schädlich sein könnte, aber das ist eine reine Spekulation. Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Und es gibt umgekehrt eben Länder, in denen man sagen kann, es wurde von Anfang an durchgängig Maske getragen, dazu gehören sehr viele asiatische Länder und trotzdem ist es zu großen Ausbrüchen gekommen.

Reitschuster schreibt: „Warum wird nicht nachgefragt, was zu dem Sinneswandel des Professors führte. Und was sich genau zwischen Januar und April an den bis dahin ’nicht guten Daten‘ geändert hat?“ Denn genau mit letzteren hatte Drosten ja bis April die Auffassung vertreten, dass Masken nichts gegen Corona ausrichten können. Und selbstverständlich hat sich seitdem wissenschaftlich nicht das Geringste geändert. Es ist nur ein Haufen Studien minderer Qualität produziert worden, die eine Wirkung suggerieren, aber nicht mit hinreichender Evidenz nachweisen können. Doch Drosten tut plötzlich so, als wäre die schützende Wirkung von Masken das Natürlichste der Welt. Vielleicht hat er da aber auch etwas verwechselt. Der Top-Epidemiologe Carl Heneghan verweist auf die nachteilige Wirkung von Alltagsmasken aus Stoff: „And let’s be clear the high quality trial evidence for cloth masks suggest they increase your rate of reinfection.“ (Das Video anklicken)

Immerhin ist Drosten schon aufgefallen, dass es Länder mit Maskenpflicht gibt, die „Ausbrüche“ zu verzeichnen haben. Na sowas! Er hätte in Vorbereitung auf die Anhörung ja einfach mal einige Länder mehr durchgehen können, so wie in diesem Video geschehen (Min. 35:57 bis 37:40)

In welchem Kontext schützen also Masken gegen „die Infektion“? Antwort: nur im Propaganda-Kontext. Aber klar, Drosten ist ein prima Wissenschaftskommunikator. Wäre er das wirklich, würde er folgende Botschaften immer wiederholen: Lockdowns nützen nichts, Social Distancing nützt nichts, Masken nützen nichts. Das ist es, was man als empirischer Wissenschaftler dazu sagen kann. Alles andere ist Bullshit. Die penetranten Preisverleihungen hingegen sollen bloß die Hemmschwelle erhöhen, den inoffiziellen Staatsvirologen noch zu kritisieren.

Wenn ich einen Preis ihn zu verleihen hätte, dann wäre es der Verhängnispreis. Er wird verliehen für das außergewöhnlich verhängnisvolle Wirken einer einzelnen Person. Stattdessen bekommt er nun auch noch das Bundesverdienstkreuz, zusammen mit anderen Personen, „die helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen“, zum Beispiel „die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die selbst komplexe Themen wie Corona bei YouTube und im WDR anschaulich erklärt“.

Zu dieser Dame habe ich in meinem Corona-Tagebuch auch etwas geschrieben. Ich hatte mir im April ein einziges Mal ein Video von ihr angetan, und zwar ihren Virologencheck, in welchem sie Drosten, Streeck und Kekulé verglich. Am 22. April schrieb ich dazu:

Who the f* is she? The Wahrheitsministerin? Zu Streeck: Die Zahl 0,37 Prozent betrifft die Letalität, nicht die Mortalität. Eine Letalität von maximal 0,37 Prozent liegt im Bereich der Grippen 2017/2018 (0,5) und 2018/2019 (0,4). Wenn man in den Jahren davor keinerlei Maßnahmen der diesjährigen Art ergriffen hat – wieso sollte man heute nicht für Lockerungen plädieren, wenn die Letalität nicht höher ist?

Formulierungen auf die Goldwaage legen und sich als Kommunikationsexperte aufspielen kann jeder. Streecks Kernaussage, es sei problematisch, sich hauptsächlich auf Modelle zu verlassen, ist absolut zutreffend. Hier wie überall gilt: „Garbage in Garbage out“. Es ist eben gar nicht die entscheidende Frage, warum Streeck für Lockerungen plädiert, sondern warum man überhaupt einen Lockdown beschlossen hat. Auch MaiLab versteht offenbar nicht, dass die Befürworter des Lockdowns in der Begründungspflicht sind, nicht die Gegner. Und leider kommt von den Befürwortern nur Malen nach Zahlen. Es gibt keinerlei auf Daten basierender Beweis, dass ein Lockdown irgendwas bringt. „No Evidence? We don’t care, because we are Scientists“, oder was?

Wie kann man eine solch plumpe Werbeveranstaltung für Drosten gut finden? Oh, Drosten ist ja ganz toll und so eloquent und so ein Superexperte, dass Deutschland sich glücklich preisen sollte, ihn zu haben. Kekulé? Ein Scharlatan! Streeck? Ein kleines Dummerle, das seine „Glaubwürdigkeit verspielt“ habe. Als ob Mai das beurteilen könnte! Sie behauptet wider alle Evidenz, der milde Verlauf in Deutschland sei auf den Lockdown zurückzuführen. Und so eine hat Angst, dass „der Laie“ etwas falsch verstehen könnte. Fazit: Wenn die Ziege den Gärtner checken will, kommt Käse heraus, der zum Himmel stinkt.

Angesichts dieser preisgekrönten Wissenschaftspropaganda wundert es mich nicht, dass die restlos verblödeten Leute nun widerstandslos in einen weiteren Lockdown marschieren und alle „Maskenverweigerer“ am liebsten totschlagen würden. In einer gerechten Welt mit gelungener Wissenschaftskommunikation käme Drosten in den Knast, Mai Thi Nguyen-Kim in Bedrängnis, und die Bundesverdienstkreuze erhielten mutige Menschen wie Wolfgang Wodarg, Sucharit Bhakdi, Stefan Homburg oder der Rechtsanwalt Ralf Ludwig. Wahrscheinlich bekommt Drosten aber noch den Friedensnobelpreis, und zwar eher als Greta.

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Leere Betten, volle Hose

Mit leeren Intensivbetten zu argumentieren ist „ganz gefährlich“? Stimmt. Denn jeder, der das tut, muss unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass alle Einschränkungen der Grundrechte verfassungswidrig sind. Diese wurden – zur Erinnerung, Frau Weisband! – exakt damit begründet, Triagesitiuationen infolge überfüllter Intensivstationen zu verhindern. Die deutschen Intensivstationen blieben aber auffallend leer, Covid-Patienten muss man dort mit der Lupe suchen, und ein Zusammenhang mit irgendwelchen Maßnahmen ist nicht nachweisbar. Die Regierung argumentiert mit vollen Intensivbetten, die es gar nicht gibt.

Gewiss wäre es für Frau Weisband sehr gefährlich, öffentlich zu dem zwingenden Schluss zu kommen, dass keine Epidemie nationaler Tragweite existiert und daher alle mit Corona verbundenen Grundrechtseinschränkungen sofort aufgehoben werden müssen. Denn dann würde sie von ihrer ach so freiheitlichen Twitter-Community in der Luft zerrissen. Und zu Talkshows würde sie dann auch nicht mehr eingeladen. Statt also das einzig Folgerichtige zu tun, fordert sie „zufällig ausgeloste Bürgerräte. Diese sollten sich ein Wochenende lang mit Ärzten zusammensetzen und die Maßnahmen festlegen. Diese sollten sich ein Wochenende lang mit Ärzten zusammensetzen und die Maßnahmen festlegen. Damit solle bei den Bürgern die Akzeptanz für die Maßnahmen erhalten bleiben.“

Müsste sie als Aktivistin für Bürger*innenrechte nicht dazu auffordern, an Demonstrationen gegen die verfassungswidrigen Maßnahmen teilzunehmen? Mitnichten. Es ist ihre heiligste Pflicht, auf Twitter zustimmend Videos von FFF-Demos zu verlinken, bei denen alle Hygieneregeln missachtet werden und irgend ein „Klimastreik“ gefordert wird, oder das skrupellose Gerede von Anthony Fauci über rote, gelbe und grüne Zonen zu teilen, in denen Kinder sich aufhalten sollen (Weisband hat selber eine vierjährige Tochter. Poor child!).

Es ist sehr bezeichnend für ihr Demokratieverständnis, dass sie als Ziel jener Bürgerforen festlegt, die „Akzeptanz für die Maßnahmen zu erhalten“. Was macht sie denn, wenn die ausgelosten Bürger zu dem Ergebnis kommen, sich die Maßnahmen nicht mehr gefallen zu lassen? Sie hat vielleicht nicht durchdacht, dass bei einer Zufallsauswahl eine ganze Menge Bürger ausgelost werden könnten, die nicht ihrer Meinung sind, weil sie stark unter den Maßnahmen leiden. Die sind „ganz gefährlich“, weil sie mit ihrem leeren Bankkonto, ihren leeren Läden, ihren leeren Auftragsbüchern argumentieren. Aber kein Problem: Dann behauptet sie einfach, die Foren seien von Nazis, Coronaleugnern und anderen rechten Finsterlingen unterwandert worden. Alles easy in der neuen Normalität.

Im Gestus einer überkritischen Bürgerin liefert sie mit ihrem Statement nur die Kurzfassung der Regierungspropaganda. Denn zunächst wurde als Ziel ausgegeben, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Da diese zu keinem Zeitpunkt in Sicht war, drängte sich das schwülstige Bekenntnis in den Vordergrund, jeder Coronatote sei „einer zuviel“. Die Maßnahmen würden sich schon lohnen, wenn nur ein einziges Leben dadurch gerettet werde. Während vielen Leuten dabei Tränen der Rührung in die Augen steigen, bekomme ich einen gewaltigen Brechreiz. Menschenleben sind solchen Heuchlern vollkommen egal, die Leichenberge an Kollateraltoten interessieren sie nicht. Jährlich sterben 13.000 Menschen an Stürzen, fallen zum Beispiel von der Leiter. Jeder ist „einer zuviel“, deswegen sollten ausgeloste Bürgerräte die Akzeptanz für eine allgemeine Rollstuhlpflicht erhöhen.

In den Jahren davor, als Kliniken wähernd der Grippesaison regelmäßig vor dem Kollaps standen, war die Aktivisten auffällig inaktiv. Wieso hat sie nicht schon damals Bürgerforen gefordert und alle Abscheulichkeiten gutgeheißen, die jetzt angeblich notwendig sind, weil „jedes Leben zählt“? Wie? Das ist ja wohl etwas ganz Anderes? Nein. Ist es nicht. Es ist des Pudels Kern.

Fazit: Mit leerem Hirn zu argumentieren halte ich für ganz gefährlich. Es ist hochansteckend und für den Verstand hundert Prozent tödlich.

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