Coronews 3

Meine satirischen Coronews vom 23. November 2020

Als Text

Es ist fünf Sekunden vor Zwölf, Sie hören die Coronachrichten.

München
Ministerpräsident Söder hat angeregt, den bestehenden Lockdown durch einen bundesweiten Logout zu ergänzen. In Bayern sei man bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und habe sämtliche Internetzugänge auf das notwendige Minimum regierungsbejubelnder User beschränkt. Einloggen können man sich künftig nur noch, wenn man nachweise, dass man gegen jegliche Kritik an der Regierung immun sei. Die entsprechende App erhalte man erst nach einer hochnotpeinlichen Befragung durch die Faktenchecker von Correctiv oder Volksverpetzer. Das notwendige Immunitätspasswort werde ausgehändigt, nachdem man sich mindestens vierzehn Tage lang vierundzwanzig Stunden am Tag die Podcasts von Christian Drosten angehört habe, ohne aversive Reaktionen gezeigt zu haben. Wer dabei nur zuckt, fliegt sofort raus, mahnte Söder. Das Passwort werde innerhalb einer Woche ungültig, die Wartezeit betrage jetzt schon vier Jahre. Auf diese Weise sollen Internetöffnungsorgien verhindert werden.
Bundeskanzlerin Merkel gingen diese Vorschläge nicht weit genug. Sie regte einen generellen Knockout des gesamten Landes an. Niemand dürfe noch bei Bewusstsein bleiben und ökonomisch auf eigenen Beinen stehen. Bis auf systemrelevante Personen wie Luisa Neubauer oder Igor Levit sollten alle Bürgerinnen und Bürger mittelfristig an der Matrix angeschlossen sein. Entsprechende Rückenmarks-Anschlüsse und Hirnstöpsel seien mittlerweile serienreif. Ehemalige Spaßbäder und Vergügungsparks könnten rasch zu großen Tanks mit einer Nährlösung umfunktioniert werden. Merkel schlug eine entsprechende Novelle des neuen Infektionsschutzes vor. Die Ministerpräsidenten haben dies bereis per Mausklick abgenickt.

Zum Sport
Neuer Landesmeister im Wasserwerfen ist die Wurfgemeinschaft Sinflut der deutschen Bundespolizei. Sie konnte auf dem Parcourt innerhalb von zwei Stunden über tausend  Regierungskritiker und mindestens hundert unbeteiligte Senioren zielgenau in die Botank hineinkärchern. Die Wurfgemeinschaft platzierte sich damit weit vor der Berliner Spritzformation „Niagra“ der Berliner Polizei, die versehentlich in Friendly Water geriet und sich irrtümlich selber vom Platz fegte. Der dritte Platz blieb unbesetzt, da die angemeldete Wasserstrahlstaffel „letzter Heuler“ von der Waterkant mit dem Hamburger Fährmaster in Untiefen geriet und sank. Die Auswertung der Tränen- und Reizgasmeisterschaften dauern noch an. Ausichtsreichster Kandidat ist bisher die Prügelgemeinschaft Gummiknüppel.

Das Wetter
Die Großwetterlage bleibt weiterhin angespannt bis brachial. Das Diktatorenhoch Angela setzt sich über dem Land fest. In Baden-Württemberg und Bayern sorgen deren Ausläufer Thomas und Markus für eisigen Wind. Die Ermittlung der Temperaturen muss aufgrund der Coronakrise um mindestens 48 Monate verschoben werden und findet irgendwann vielleicht per Briefen statt, die man in den Mülleimer seiner Wahl zu werfen hat. Die weiteren Aussichten sind frostig.

Und das waren die Covid-19-Uhr-Nachrichten. Bleiben Sie gefügig, mucken Sie nicht auf, sonst sterben Ihre Liebsten durch Ihre Schuld.

Coronews 2

Meine satirischen Coronews vom 18. November 2020

Als Text:

Es ist fünf Minuten vor Zwölf, Sie hören die Coronews.

Frankfurt
Der US-Hersteller Moderna meldet einen Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Das rektal applizierte Fluidum enthält Messenger-LMA, welche sich vom Hinterausgang in den Blinddarm vorarbeitet und dort lautstarke Götz-von-Berlichingen-Zitate skandiert. Die anwesenden Viren sollen dadurch provoziert werden, dem respektlosen Treiben ein Ende zu setzen. Sobald sie in ausreichender Zahl im Blinddarm angelangt sind, leitet das Immunsystem einen Durchbruch ein, sodass mit einer Notoperation des kontaminierten Wurmfortsatzes auch die darin enthaltenen Viren in sichere Drittwirte implantiert werden können. Moderna gab an, dass die Versuche in gänzlich sterilem, modernem Ambiente mit modischen Assecoires stattgefunden habe. Bei über neunzig Prozent der getesteten Möbelfachverkäufer konnten Durchbrüche erzielt werden. Die Probanden wurden umgehend auf Intensivstationen verlegt, wo sie nun für eine angemessene Überlastung derselben sorgen. Man habe sich mit dem Robert-Koch-Institut darauf geeinigt, Blinddarmdurchbrüche in die Liste der Covid-Symptome aufzunehmen und alle als Covid-Tote zu registrieren, die daran sterben.

Berlin
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sind mit einer Flut von Briefen, E-Mails und Petitionen konfrontiert, in denen sie angefleht werden, der heute anstehenden Änderung des Infektionsschutzgesetzes nicht zuzustimmen.
Die meisten Abgeordneten äußerten ihr Unverständnis über diese Aktion. Wer hier von einem Ermächigungsgesetz rede, verharmlose den Nationalsozialismus. Wie ein Sprecher des Parlamentes mitteilte, versicherten fast alle Abgeordneten, dass sie erst nach sorgfältig durchgeführter Intoxikation durch Alkohol oder Kokain im Zustand vollkommener geistiger Umnachtung in die Abstimmung gehen würden. Es sei daher angemessener, von einem Umnachtungsgesetz zu sprechen. Die bundesweite Umnachtung trage maßgeblich zum Klimaschutz bei, und der Letzte mache dann das Licht aus. Die Inzidenz von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner, die nun im Gesetz festgeschrieben werde, folge bewusst dem Grenzwert von 0,5 Promille, bis zu welchem das Führen eines Kraftfahrzeugs noch erlaubt sei. Die Bundesrepublik bei einer drohenden Überschreitung aus dem Verkehr zu ziehen und in die Bundeslade zu schieben, sei also nichts anderes als eine harmlose Maßnahme nach einer Alkoholkontrolle.

Das Coronawetter
Heute bleibt es den ganzen Tag über nur mäßig bevölkert. Vereinzelt können auf Bürgersteigen Vollverschleierungswolken entstehen. Durch das feucht-warme Milieu innerhalb Totraums zwischen Gesicht und Mundnasenbedeckungen entstehen immer wieder Gewitter, die dann als Nieselregen abgeniest und wieder eingeatmet werden. Der Toträumdienst des Deutschen Toten Kreuzes ist heute bundesweit mit Virenschleudern unterwegs. Die weiteren Aussichten sind hochinfektiös und kretinös. Das Quecksilber fällt mit den Aktienkursen ins Minus.
Und das waren die Covid-19-Uhr-Nachrichten. Gehen Sie in Quarantäne. Begeben Sie sich direkt dorthin. Gehen Sie nicht über Los. Ziehen Sie nicht 4000 Virione ein.

Coronews

Meine satirischen Coronews vom 17. November 2020

Als Text:

Meine Damen und Herren, es ist Covid-19 Uhr. Sie hören die Coronachrichten.

Marbach
Der Virologe Christian Drosten ist vom Deutschen Literaturarchiv für verschollene Dissertationen zur Schillerlocke des Jahres gewählt worden. In seiner Dankesrede wies der Geehrte darauf hin, dass Schiller heute eine Mundnasenbedeckung tragen würde. Schiller, so Drosten, würde auch Whiskas kaufen, eine Drostenode dichten, die Beethoven als Oratorium „Christian am Ölberge“ vertont hätte, sowie eine Ballade mit dem Titel „Das Verschleierte Bild zu SARS“ schreiben. Schiller habe in seiner Ballade „Der Gang zum Eisenhammer“ das Pandemiebekämpfungs-Konzept des Hammer and Dance vorweggenommen. Drosten zitierte: „Hinaus zum Hammer schickt man mich. So sag, was kann ich dir verrichten? Denn dir gehören meine Pflichten.“ Drosten ergänzte, alles habe nach seinem Hammer zu tanzen. Jeder sei aufgefordert, nicht nur aus Pflicht und Verantwortung zu handeln; auch Neigung und Lust gehörten untrennbar dazu. Die Leopoldina von Sacher-Masoch würdigte die Rede Drostens als Meilenstein und wird ihm im kommenden Monat Die goldene Venus im Pelz verleihen.

Berlin
Die Vorbereitungen zur Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes laufen auf vollen Touren. Bundeskanzerin Merkel hat alle Abgeordneten verpflichtet, Abstriche zu machen, um sicherzustellen, dass sie keine Überträger infektiöser Partikel von Restgewissen und -verstand sind. Der Test schlägt auch bei Gewissenstrümmern und Verstandes-Schnipseln an. Wer ein positives Testergebnis hat, wird nicht zur Abstimmung zugelassen und abgeführt. Allerdings dürfte die Durchseuchung sehr niedrig sein. Die Gefahr durch selberdenkende Abgeordnete ist laut Regierungssprecher Seibert gleich null. Doch besser safe als sorry, mahnte der Regierungssprecher.
Bundesfrankwalter Steincovid freut sich nach eigenem Bekunden schon darauf, die Gesetzesänderung endlich unterzeichnen zu können. Dies werde für ihn ein Innerer Reichsparteitag sein, so der Bundescoronapräsident. Es könnten endlich mit allen Klarheiten auch alle Grundrechte beseitigt werden. Diese stünden des hohen Hauses Pflege schon seit langer Zeit sehr im Wege, reimte der aufgeräumte Präsident munter auf der Pressekonferenz.
Im Anschluss an die Abstimmung soll der Bundesadler feierlich durch den Bundeshundhasen ersetzt werden, der stolz seine Bundesmundnasenbedeckung trägt.

Karlsruhe
In einem Grundsatzurteil hat das Bundesverfassungsgericht nun alle Klagen gegen jegliche Anticoronamaßnahmen mit sofortiger Wirkung für verfassungswidrig erklärt. Das Gericht forderte die Bürgerinnen und Bürger zur unbedingten Coronatreue auf. Es betonte, dass alle Maßnahmen bloß vorläufig und damit verfassungskonform seien. Die epidemische Lage nationaler Tragweite werde erst beendet sein, wenn eine eliminatorische Lage von internationaler Tragweite etabliert sei.

Das CoronawetterIn ganz Deutschland ist mit Auswurf zu rechnen. Die Aerosolbewölkung ist locker bis dicht, in Abstrichen kommt es mitunter zu ergiebigen Tröpfcheninfektionen. Die Körpertemperaturen betragen etwa 37, im Erkrankungsfall aber bis zu 42 Grad im Todesschatten. Von jeglicher Aktivität wird dringend abgeraten.

Und das waren die Covid-19-Uhr-Nachrichten. Bleiben Sie wo sie sind, und einander vom Leib!



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Wasser marsch?

Die Reaktionen von Journalisten und Politikern auf die Demonstration gegen das nun durchgewunkene neue Infektionsschutzgesetz ist erwartungsgemäß bestürztend. Es wird nach wie vor behauptet, bei den Teilnehmern handele sich bestenfalls um Verwirrte, im Kern aber um Reichsbürger und Rechtsextreme. Mit solchen Zuschreibungen sollen die Teilnehmer als Abschaum hingestellt werden, den man „wegkärchern“ muss.

Dieser Hund war mein Highlight der Veranstaltung. „Ja fein“, habe ich zu ihm gesagt. „So ist es brav!“ Auf der Maske steht „Diktatur“.

Ich war vor Ort und bin mehrmals das Areal zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Brandenburger Tor vollständig abgeschritten. Die Menschen dort waren durchweg friedlich. Es herrschte eine vollkommen unaggressive Stimmung.

Vom Erscheinungsbild her waren die Teilnehmer „Normalos“. Viele würde ich politisch links-grün einschätzen. Natürlich sind solche Einschätzungen oberflächlich. Sie reichen aber hin, um auszuschließen, dass man sich bei einem Naziaufmarsch oder einer Reichsbürgerveranstaltung befindet. Eine schwäbische Omi fragte mich freundlich nach dem Weg zum Brandenburger Tor. Es waren viele ältere Menschen da.

Ich habe auf dem ganzen Areal zwei Fahnen der AfD gesehen. Ansonsten war das Bild vor allem von Luftballons und Pappherzen geprägt. Ich sah viele „Peace“-Flaggen und Banner mit Aufschriften wie „Demokratie“, „Wir wollen unser Leben zurück“, Plakate mit den Porträts von Willy Brandt und Mahatma Gandhi. Eine Gruppe skandierte unablässig „Friede! Freiheit! Demokratie!“ Damit konnte ich mich ohne Weiteres identifizieren. Wie bei der Demo am 29. August war die Love-&-Peace-Fraktion zahlreich vertreten. Die Harmlosigkeit der Leute sprang geradezu ins Auge.

Doch diese Bürger sind (Achtung, jetzt folgt was Ironisches) in Wirklichkeit verantwortungslose Virenschleudern und eine gravierende Bedrohung für die Allgemeinheit. Denn sie hielten sich kaum an die Maskenpflicht, welche der Senat bar jeder wissenschaftlichen Grundlage kraft seiner selbstherrlichen Willkür dekretiert hat. Man stelle sich nur vor: Diese nichtswürdigen Elemente weigerten sich doch tatsächlich, Mundnasenbedeckungen im Freien zu benutzen! Sie waren einfach nicht bereit, schwachsinnige Vorschriften zu befolgen. Wie können sie nur? Das ist Insubordination gegen unsere allgütige Staatsmacht! (Ironie aus)

Sobald die Polizei per Megaphon das Wort ergriff, wurde sie konsequent niedergetrötet und niedergerasselt. Richtig so. Man verstand kein Wort von dem, was die Polizei verkündete. Warum auch? Man konnte es sich auch so denken. „Wenn Sie sich nicht an die Vorschriften halten, wird die Versammlung aufgelöst“. Als ob sie nicht aufgelöst worden wäre, wenn alle Teilnehmer brav ihre Masken getragen hätten! Und gegen 12:30 Uhr war dann Schluss mit lustig. Wasser und Tränengas marsch. In anderen Fällen glänzt die Polizei in Berlin mit wohlwollender Deeskalation, aber gegen schwäbische Omis muss mit unerbittlicher Härte vorgegangen werden. Was für eine Schande.

Hauptsache, Karl Lauterbach hatte seinen Spaß mit Igor dem Unsäglichen.

Ja ja, der Horizont ist bald erreicht.

Die Botschaft ist klar: Die Menschen sollen sich nicht trauen, auf Demonstrationen gegen das Corona-Regime zu gehen. Davon darf man sich aber nicht einschüchtern lassen. Ohne massiven Druck demonstrierender Bürger wird die Regierung weiter in Richtung Faschismus marschieren. Die Zeit des Argumentierens ist lange vorbei. Jetzt muss auf die Töpfe gehauen werden wie in Dänemark.

Aber die Deutschen sind für sowas offenbar zu obrigkeitshörig und denunziationsgeil.

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